Brandstiftung in Serie: Polizei fasst mutmaßlichen Autozündler in Berlin

Der Berliner Polizei ist im Kampf gegen die Autobrandstifter in der Hauptstadt offenbar ein Serientäter ins Netz gegangen. Die Ermittler haben einen 27-Jährigen festgenommen, der Dutzende Wagen angezündet haben soll. Der Mann war demnach in Spandau, Mitte und Charlottenburg aktiv.

Ausgebrannte Autos in Charlottenburg (August 2011): Polizei meldet Fahndungserfolg Zur Großansicht
dapd

Ausgebrannte Autos in Charlottenburg (August 2011): Polizei meldet Fahndungserfolg

Berlin - Die Berliner Polizei hat einen mutmaßlichen Brandstifter gefasst. Der 27-Jährige stehe im dringenden Verdacht, "eine hohe Zahl von Fahrzeugen in Berlin in Brand gesetzt zu haben", sagte der Sprecher der Berliner Polizei, Frank Millert. Er habe in den Monaten Juni bis August vor allem in den Bezirken Spandau, Mitte und Charlottenburg Autos angezündet. Der Mann war am Freitagnachmittag festgenommen worden. Näheres will die Polizei auf einer Pressekonferenz am Mittag mitteilen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa waren die Ermittler dem Mann schon seit längerem auf der Spur. Er soll rund 50 Wagen angezündet haben, die "Bild-Zeitung" berichtete von mehr als 60 Autos. Er soll nicht auf frischer Tat gefasst worden sein und aus Frust über seine damalige Arbeitslosigkeit gehandelt haben. Der Mann habe in den Vernehmungen aufgrund seiner "sehr konkreten Erinnerungen" sogar einzelne Automarken und Straßenzüge benennen können, schreibt die Zeitung.

Seit Monaten brennen in der Hauptstadt fast jede Nacht Autos. Seit Jahresbeginn wurden in Berlin mehr als 600 Autos durch Flammen beschädigt. Etwa die Hälfte der Brandstiftungen ist nach Erkenntnissen der Polizei politisch motiviert. Die andere Hälfte geht auf das Konto von Trittbrettfahrern. Weil die Täter in der Dunkelheit unterwegs sind und meist kein bestimmtes Muster erkennen lassen, ist es für die Polizei schwierig, sie auf frischer Tat zu erwischen.

Seit dem Höhepunkt der Brandstiftungen in diesem Sommer, als das Thema auch den Berliner Wahlkampf bestimmte, nimmt die Berliner Polizei die Hilfe der Bundespolizei in Anspruch. Seitdem gibt es mehr Erfolge. Auch durch die Aufmerksamkeit von Anwohnern konnten Brandstifter festgenommen werden. Allerdings mussten Tatverdächtige auch immer wieder freigelassen werden. Auch vor Gericht wurden Angeklagte in diesem Jahr aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

ffr/dpa/dapd

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