Wochenende im Überblick Diese fünf Top-Meldungen sollten Sie kennen

Wenig Zeit? Hier sind die wichtigsten Ereignisse vom Wochenende. Kurz und knapp.


Erfolg auf dem Brexit-Gipfel

Britischer Premier David Cameron: "Eine der größten Entscheidungen zu unseren Lebzeiten"
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Britischer Premier David Cameron: "Eine der größten Entscheidungen zu unseren Lebzeiten"

Viele Forderungen hatte der britische Premierminister zum EU-Gipfel mitgebracht. In einem als dramatisch inszenierten Verhandlungsmarathon rang David Cameron den anderen 27 Mitgliedstaaten eine ganze Reihe von Zugeständnissen ab: London darf unter bestimmten Voraussetzungen die Zuwanderung aus EU-Ländern beschränken und Sozialleistungen für Einwanderer kürzen. Großbritannien wird nicht gezwungen, sich an "einer immer engeren Union" zu beteiligen.

Für alle EU-Länder gilt: Nationale Parlamente bekommen ein stärkeres Mitspracherecht in Brüssel, und die Regierungen können entscheiden, die Höhe der Kindergeldzahlungen vom Aufenthaltsland der Kinder abhängig zu machen.

Am 23. Juni dürfen die Briten nun über den Verbleib ihres Landes in der EU abstimmen. Cameron will sein Volk überzeugen, sich in dem Referendum gegen den Brexit zu entscheiden. Leicht wird das für den Premier nicht, selbst einige seiner Minister werben für einen Austritt aus der Union.

Umberto Eco gestorben

Umberto Eco (2011 in Mailand): Mit ihm hat Italien seine wichtigste moralische und streitlustige Instanz verloren.
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Umberto Eco (2011 in Mailand): Mit ihm hat Italien seine wichtigste moralische und streitlustige Instanz verloren.

Er war einer der erfolgreichsten Schriftsteller Italiens, der mit seinem ersten Roman "Der Name der Rose" (und der Verfilmung mit Sean Connery in der Hauptrolle) Weltruhm erlangte. Seither galt er als einer der großen Intellektuellen der Zeitgeschichte. In der Nacht zum Samstag starb Umberto Eco im Alter von 84 Jahren - er war vor langer Zeit an Krebs erkrankt. Eco war vor allem als Romanautor bekannt, er war aber auch Philosoph, Sprachwissenschaftler, Lektor, Journalist, Herausgeber, Professor und vieles mehr.

"Umberto Eco wusste beinahe alles, und er sprach gern darüber" - so erinnert sich SPIEGEL-Redakteur Volker Weidermann an sein letztes Treffen mit dem Schriftsteller.

Fremdenfeindlichkeit in Sachsen

Asylbewerberheim in Clausnitz: Hier blockierte eine große Gruppe die Ankunft von Flüchtlingen
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Asylbewerberheim in Clausnitz: Hier blockierte eine große Gruppe die Ankunft von Flüchtlingen

Am Donnerstagabend blockierten rund hundert Personen im sächsischen Clausnitz einen Bus mit Flüchtlingen und verhinderten, dass die Hilfesuchenden die neue Asylunterkunft betreten konnten. Videos zeigen Anwohner, die "Haut ab" und "Wir sind das Volk" schreien, sowie Flüchtlinge, die von der Polizei mit Gewalt aus dem Bus in die Unterkunft gezerrt werden. Die Aufnahmen sorgen bundesweit für Aufsehen und Empörung - allerdings nicht in Clausnitz selbst.

Zwei Nächte später zünden Unbekannte ein leer stehendes Hotel im sächsischen Bautzen an - der Dachstuhl brannte vollständig aus. Das Gebäude sollte künftig als Flüchtlingsunterkunft dienen. Verletzt wurde bei dem Feuer, das gegen 3.30 Uhr in der Nacht zu Sonntag ausgebrochen war, niemand. Allerdings hielten sich Anwohner und einige teils betrunkene Schaulustige in der Nähe auf und machten laut Polizei "abfällige Bemerkungen" oder zeigten "unverhohlene Freude".

Geplante Flüchtlingsunterkunft in Flammen: Betrunkene Schaulustige zeigen "unverhohlene Freude"
DPA

Geplante Flüchtlingsunterkunft in Flammen: Betrunkene Schaulustige zeigen "unverhohlene Freude"

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bezeichnete die fremdenfeindlichen Vorfälle in Clausnitz und Bautzen als "widerlich und abscheulich". Die Vorfälle seien erschreckend und schockierend zugleich, sagte Tillich. "Das sind keine Menschen, die so was tun. Das sind Verbrecher."

Vorentscheidung bei den US-Vorwahlen

Strahlender Sieger: Donald Trump lässt in South Carolina die Konkurrenz hinter sich
REUTERS

Strahlender Sieger: Donald Trump lässt in South Carolina die Konkurrenz hinter sich

Die dritte Runde der US-Vorwahlen ist gelaufen, die Favoriten zeigen sich ihrer Rolle gewachsen - und das Feld der Präsidentschaftsbewerber hat sich gelichtet.

Donald Trump hat die Vorwahl in South Carolina mit zehn Prozentpunkten Vorsprung vor seinen innerparteilichen Konkurrenten souverän gewonnen. Der Erfolg des Milliardärs verunsichert die Republikaner. Langsam wird ihnen klar: Trump wird immer stärker, seine Anhänger verzeihen ihm bisher alles, er ist alles andere als chancenlos. Jeb Bush, einst Favorit der Republikaner, errang in South Carolina weniger als acht Prozent der Stimmen und beendete seine Kampagne.

Aufatmen in Nevada: Hillary Clinton siegt vor ihrem Rivalen Bernie Sanders
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Aufatmen in Nevada: Hillary Clinton siegt vor ihrem Rivalen Bernie Sanders

Hillary Clinton wiederum hat sich im Kopf-an-Kopf-Rennen mit ihrem innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders in Nevada wieder durchgesetzt. Es sieht ganz danach aus, dass einer Nominierung Clintons kaum noch etwas im Wege steht - auch wenn Sanders (noch) nicht aufgeben will.

Goldener Bär für "Fuocoammare"

Bester Film der 66. Berlinale: Regisseur Rosi nimmt den Goldenen Bären für "Fuocoammare" entgegen.
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Bester Film der 66. Berlinale: Regisseur Rosi nimmt den Goldenen Bären für "Fuocoammare" entgegen.

Der Dokumentarfilm "Fuocoammare" von Gianfranco Rosi ist als bester Film der 66. Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden. Seit seiner Premiere hatte der Film als Favorit gegolten, jetzt hat die von Meryl Streep geführte internationale Jury ihn tatsächlich zum Gewinner gekürt.

"Fuocoammare" (Feuer auf dem Meer) ist ein Dokumentarfilm über die Insel Lampedusa, die wie kaum ein anderer Ort in Europa für die Flüchtlingskrise steht. Der Film wurde zuvor bereits mit dem Preis der ökumenischen Jury ausgezeichnet und erhielt auch den Filmpreis von Amnesty International.

nck

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