Briefbombenattentäter Franz Fuchs ist tot

Von 1993 bis 1996 versetzte er Österreich mit seinen Briefbomben in Angst und Schrecken. Mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, unter ihnen auch der damalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk. Franz Fuchs hat sich in seiner Gefängniszelle erhängt.


Wien - Er habe am Samstag in seiner Gefängniszelle in Graz Selbstmord verübt, meldete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf die Gefängnisleitung. Der im März 1999 wegen der fremdenfeindlichen Attentate zu lebenslanger Haft Verurteilte habe sich mit einem Kabel erhängt.

Der Einzelgänger Fuchs war der Polizei im Oktober 1998 nur durch Zufall ins Netz gegangen. Dabei war eine von ihm hergestellte Rohrbombe explodiert, die ihm beide Unterarme abgerissen hatte.

Franz Fuchs
AP

Franz Fuchs

Fuchs hatte stets behauptet, für eine nicht näher bekannte "Bajuwarische Befreiungsarmee" (BBA) an den Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. In mehreren Schreiben hatte sich die angeblichem "BBA" zu den Anschlägen bekannt und sie mit extrem fremdenfeindlichen Positionen begründet. Das Gericht hatte den als hoch intelligent beschriebenen Mann jedoch als Einzeltäter bezeichnet.

Bei den Anschlägen waren vier Menschen getötet und mehr als ein Dutzend weitere zum Teil schwer verletzt worden. Prominentestes Anschlagsopfer war der damalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk, dem eine Briefbombe von Fuchs die linke Hand zerfetzt hat.



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