Umstrittene FDP-Aktion: Brüderle-Brief auch in Schleswig-Holstein verschickt

Die Liberalen in Kiel sagen, bisher seien keine Briefe von Rainer Brüderle im Norden aufgetaucht. Allerdings erhielten das umstrittene FDP-Schreiben auch Bürger in Eckernförde, Bad Segeberg, Lübeck und Flensburg - unter anderem der Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck.

Hamburg - Die Briefkampagne des Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Brüderle mischt nun auch den Wahlkampf in Schleswig-Holstein auf. Das umstrittene Schreiben, in dem der Liberale für die FDP-Politik und den Schuldenabbau in Deutschland wirbt, landete auch im Norden in mehreren Haushalten. Einer der Adressaten: Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck.

Habeck hat das Schreiben fotografiert und zeigt es auf seinem Facebook-Account. Er schreibt dazu: "Finde zuhause Post von Brüderle - an mich. Das wäre doch nicht nötig gewesen."

Die FDP in Kiel hatte zuvor erklärt, bisher seien keine derartigen Schreiben im nördlichsten Bundesland aufgetaucht. Man habe von der Aktion nichts gewusst.

Allerdings berichteten auch Bürger in Eckernförde, den Brüderle-Brief erhalten zu haben. Nach Informationen der Grünen ging das Schreiben zudem an Haushalte in Lübeck, Bad Segeberg - und eben Flensburg, wo auch der Spitzenkandidat Habeck wohnt.

SPD und Grüne wollen die FDP-Briefaktion prüfen lassen. Für Sozialdemokraten und Grüne liegt der "Verdacht auf illegale Parteienfinanzierung" nahe. Eine solche Postwurfsendung, die offensichtlich aus Mitteln der Bundestagsfraktion bezahlt worden sei, überschreite eindeutig die Grenzen. Die kriselnde FDP kämpft in Schleswig-Holstein um die Wiedereinzug in den Landtag.

heb

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insgesamt 2 Beiträge
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1. mal sehen
copperfish 03.05.2012
Zitat von sysopDie Liberalen in Kiel sagen, bisher seien keine Briefe von Rainer Brüderle im Norden aufgetaucht. Allerdings erhielten das umstrittene FDP-Schreiben auch Bürger in Eckernförde, Lübeck und Flensburg - unter anderem der Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,831044,00.html
Da kann man mal sehen, wie verlogen "unsere" Politiker sind.
2. Keinesfalls
kahabe 03.05.2012
Zitat von copperfishDa kann man mal sehen, wie verlogen "unsere" Politiker sind.
Die Post nach SH braucht nur etwas länger; heutzutage. Vor hundert Jahren hat mein Opa frühmorgens eine Postkarte in Plön aufgegeben (Bahnpoststempel), die mit der nachmittäglichen Zustellung bei der Familie in Dortmund ankam. Und ich finde es auch vollkommen in Ordnung, dass die f.d.P. ihre BT-Fraktion für politische Parteienwerbung mit den dafür gegebenen Steuergeldern einspannt. Wegen der bekannten Schuldenlage und der Gefahr, künftig auf diesen sitzenzubleiben, geben die Kreditinstitute wohl keine Mittel mehr frei.
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