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Prozess in Stuttgart: Ex-RAF-Terroristin Becker wegen Beihilfe zu Buback-Mord verurteilt

35 Jahre nach der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback fiel jetzt das Urteil gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker: Das Stuttgarter Oberlandesgericht verurteilte die 59-Jährige zu vier Jahren Haft.

Stuttgart - Fast zwei Jahre lang wurde gegen Verena Becker verhandelt, jetzt hat das Stuttgarter Oberlandesgericht (OLG) sein Urteil gegen die frühere RAF-Terroristin gesprochen: Die 59-Jährige wurde zu vier Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback verurteilt.

Davon gelten zweieinhalb Jahre bereits wegen ihrer früheren Verurteilung als abgegolten. Buback und seine beiden Begleiter waren 1977 von einem Mordkommando der RAF in Karlsruhe in ihrem Dienstwagen von einem Motorrad aus erschossen worden. Der sechste Strafsenat befand Becker deshalb in drei Fällen für schuldig.

Die Bundesanwaltschaft hatte in dem seit September 2010 laufenden Mammut-Verfahren eine Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten gefordert. Davon sollten nach dem Willen der Ankläger zwei Jahre angerechnet werden - Becker war 1977 wegen mehrerer Morde an Polizisten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 1989 kam sie im Zuge einer Begnadigung vorzeitig frei. Die Verteidigung Beckers hatte auf Freispruch plädiert.

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Mammut-Prozess: Schuldspruch für Ex-RAF-Terroristin Becker
Becker hatte in dem Prozess bis zum 89. Verhandlungstag geschwiegen, Mitte Mai jedoch in einer verlesenen Erklärung die Beteiligung an der Vorbereitung sowie dem Attentat auf Buback und seine zwei Begleiter am Gründonnerstag 1977 abgestritten. Sie habe von dem Anschlag in Karlsruhe erst einen Tag später in Italien auf der Rückreise aus dem Nahen Osten aus der Zeitung erfahren. "Wer Ihren Vater getötet hat, kann ich nicht beantworten: Ich war nicht dabei", hatte Becker damals, an Bubacks Sohn Michael gerichtet, erklärt. Michael Buback tritt als Nebenkläger auf und hatte die Ermittlungen gegen Becker mit angestoßen.

Die Bundesanwaltschaft hatte bei Becker 1977 die Tatwaffe gefunden und später an dem Bekennerschreiben Speichelspuren von ihr entdeckt. Daraufhin wurde im April 2010 Anklage wegen Beihilfe zu dreifachem Mord erhoben.

Bis heute ist unklar, wer das Motorrad fuhr, von dem das Feuer auf Buback eröffnet wurde. Verurteilt wurden Christian Klar, Knut Folkerts und Brigitte Mohnhaupt. Die früheren RAF-Mitglieder schweigen bis heute zu der Tat.

hen/Reuters/dapd/dpa

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insgesamt 130 Beiträge
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1. Das ganze ist doch ein Witz
felisconcolor 06.07.2012
Zitat von sysopdapd35 Jahre nach der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback steht jetzt das Urteil gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker: Das Stuttgarter Oberlandesgericht verurteilte die 59-Jährige zu vier Jahren Haft. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,842938,00.html
wundervolle Justiz. Hier wurde wieder jemand verurteilt, weil man sonst keinen Dummen hatte. Und ich bleibe dabei, die wahren Schuldigen sitzen in ganz anderen Reihen
2. Also effektiv nur anderthalb Jahre Knast
stefan1904 06.07.2012
Viel neues hat der Prozess ja nicht zu Tage geführt, mich würde vor allem die Rolle des Verfassungsschutzes interessieren.
3. das versteh ich nicht
wschwarz 06.07.2012
Ich dachte immer, Mord verjährt nach 30 Jahren. Bauer X wurde trotz des Mordes an Lolita y freigesprochen, wg Verjaährung.
4. Es wird keinen Bestand haben
haltetdendieb 06.07.2012
So sehr ich das Urteil auch begrüße, es wird keinen Bestand haben. Gefühle wie Rache und endlich eine erwischt haben, manches Mal wirklich leider, keinen Platz in der deutschen Justiz. Das Urteil wird in der nächsten und letzten Instanz kassiert. Schade!
5. Ausser Spesen nichts gewesen
hk1963 06.07.2012
4 Jahre, 2 1/2 schon abgegolten. Nach 2/3 der Strafe wird wegen guter Führung entlassen. Bleiben zwei Monate übrig...
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Jan-Carl Raspe, Gudrun Ensslin und Andreas Baader galten als führende Köpfe der Roten Armee Fraktion (RAF).

Baader und Ensslin legten 1968 Brände in zwei Kaufhäusern in Frankfurt am Main, mit dieser Aktion begann der RAF-Terror in Deutschland.

Nach Mord- und Bombenanschlägen wurden Baader, Ensslin, Raspe und zwei weitere RAF-Mitglieder im Juni 1972 gefasst. Ihre Gesinnungsgenossen machten weiter und ließen sich von palästinensischen Freischärlern ausbilden.

1977 erreichte die Terrorwelle ihren Höhepunkt: Palästinensische Terroristen kaperten die Lufthansa-Maschine "Landshut" und wollten die Freilassung inhaftierter RAF-Leute erpressen. Eine Sondereinheit der GSG 9 stürmte das Flugzeug. Alle Geiseln überlebten, drei der vier Entführer wurden erschossen.

Wenige Stunden nach Bekanntwerden der Befreiungsaktion begingen Baader, Ensslin und Raspe im Hochsicherheitsgefängnis von Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Einen Tag nach der Obduktion begann Bildhauer Georg Halbritter seine Arbeit an den Leichen und fertigte Totenmasken an.

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