KZ-Gedenkstätte AfD-Politiker sind in Buchenwald nicht willkommen

Im ehemaligen KZ Buchenwald soll an diesem Freitag bei einer Kranzniederlegung an die Opfer des Holocaust erinnert werden. Politiker der AfD wurden von der Gedenkstätte ausgeladen.

Lagertor der KZ-Gedenkstätte Buchenwald
DPA

Lagertor der KZ-Gedenkstätte Buchenwald


Kurz vor dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus hat die Gedenkstätte des früheren KZ-Buchenwald sich erneut zur AfD geäußert. Anfang 2017 hatte die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bereits dem Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke ein Hausverboterteilt, nun weitet sie es auf seine ganze Partei aus.

Die Stiftung halte es für geboten, "dass Vertreter der AfD an einer Gedenkveranstaltung an diesen Orten nicht teilnehmen, solange sie sich nicht glaubhaft von den antidemokratischen, menschenrechtsfeindlichen und geschichtsrevisionistischen Positionen in ihrer Partei distanzieren", hieß es in einer Stellungnahme. Am Freitag soll in der Gedenkstätte mit Überlebenden und Vertretern der Thüringer Landesregierung ein Kranz für die Opfer niedergelegt werden.

Die Gedenkstätte bezog sich in ihrer Erklärung auf eine Rede Björn Höckes. Der AfD-Politiker hatte in Dresden unter anderem mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

Stiftungsdirektor Volkhard Knigge schrieb in einem Brief an die Mitglieder der AfD-Fraktion im Landtag, Höcke halte bis heute an seiner im Januar 2017 geäußerten Meinung zur Erinnerungskultur fest. Das vor zwei Jahren von der AfD-Bundesführung gegen Höcke eingeleitete Parteiausschlussverfahren sei mittlerweile eingestellt.

"Auch aus Ihrer Fraktion ist uns keinerlei Distanzierung von seinen Positionen bekannt geworden", hieß es weiter in dem Schreiben. Heute könne konstatiert werden: "Wer sich innerhalb der AfD nicht glaubhaft gegen solche Positionen und das damit verbundene verharmlosende, relativierende Geschichtsbild wendet, unterstützt sie."

Im Konzentrationslager (KZ) Buchenwald in der Nähe von Weimar starben bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 56.000 Menschen an Folter, medizinischen Experimenten oder Hunger und Krankheit. In speziellen Einrichtungen wurden mehr als 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen. Es war eines der größten KZs auf deutschem Boden. Von 1937 bis April 1945 verschleppten die Nationalsozialisten rund 270.000 Menschen aus ganz Europa hierhin.

mfh/dpa



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