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03. November 2012, 15:53 Uhr

Nebeneinkünfte

Steinbrück soll zwei Millionen Euro verdient haben

Seine Vortragshonorare hat Peer Steinbrück schon offengelegt, jetzt kommen weitere Nebeneinkünfte ans Licht. Zwei Buchhonorare in sechsstelliger Höhe kommen laut einem Zeitungsbericht noch hinzu - insgesamt soll der SPD-Kanzlerkandidat damit rund zwei Millionen Euro verdient haben.

Berlin - Auch nachdem der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seine Vortragshonorare vollständig offengelegt hat, reißt die Debatte über seine Nebeneinkünfte nicht ab. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, hat Steinbrück für sein Erstlingswerk "Unterm Strich" ein Honorar in Höhe von 300.000 Euro erhalten.

Für das Buch "Zug um Zug" flossen demnach mehr als 180.000 Euro, die sich der frühere Bundesfinanzminister mit dem Co-Autoren Helmut Schmidt teilt. Nach Angaben aus der Verlagsbranche, auf die sich die Zeitung bezieht, könnte der Autorenanteil auch höher liegen. Steinbrück hatte die Buchhonorare mit der Begründung nicht offengelegt, dass man ihm in diesem Bereich keine Abhängigkeiten unterstellen könne.

Dazu kommen dem "Focus" zufolge weitere 115.000 Euro, die der Ex-Minister bereits als Vergütung für sein Aufsichtsratsmandat beim Stahlkonzern ThyssenKrupp erhalten hat. Noch ausstehend ist die Summe von rund 65.000 Euro, die dem SPD-Politiker laut Unternehmenskreisen für das abgeschlossene Geschäftsjahr zusteht.

Berücksichtigt man außerdem die fünfstellige Summe, die Steinbrück für ein Interview im Geschäftsbericht des Baukonzerns Bilfinger Berger erhalten hat und rechnet alles zu den Vortragshonoraren dazu, käme der Sozialdemokrat in der laufenden Legislaturperiode auf Nebeneinkünfte in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

Im Streit mit den Bochumer Stadtwerken um ein Honorar in Höhe von 25.000 Euro setzt Steinbrück zudem jetzt auf eine juristische Klärung. Die Behauptung des Stadtwerke-Sprechers, es sei vereinbart worden, dass Steinbrück das Honorar für seinen Auftritt an eine karitative Einrichtung spenden solle, sei falsch, bekräftigte ein SPD-Sprecher am Samstag. Daher sei ein Anwalt beauftragt worden, auch seitens der Stadtwerke für eine entsprechende Klarstellung zu sorgen.

nck/Reuters/dapd

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