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Bürgerfrust und Staatsversagen Die Pannen-Republik

Winterchaos: Die Bahn kommt nicht

Die Bahn kommt einfach nicht: Wer konnte schon ahnen, dass es Winter wird? Zur Großansicht
DPA

Die Bahn kommt einfach nicht: Wer konnte schon ahnen, dass es Winter wird?

Das Problem: Die Deutsche Bahn hat offenbar nicht mit damit gerechnet, dass der Winter auf den Herbst folgt. Das Unternehmen zeigte sich insbesondere in den Tagen um Weihnachten herum völlig überfordert vom Schnee: Züge fielen reihenweise aus oder waren überfüllt, Kunden mussten stundenlang in der Kälte warten. Das Unternehmen kapitulierte vor dem Wetter. Im Sommer war es auch nicht besser. Da fielen die Klimaanlagen in den Zügen aus. Besonders schlimm traf es die Berliner im Winterchaos: Ihre S-Bahn fuhr am Ende vor lauter Überforderung manchen Stadtteil gar nicht mehr an.

Die Verantwortlichen: Schuld an der Misere, das ist zumindest die Empfindung der meisten Bahnkunden, sind die Manager mit ihrer Profitgier. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) forciert das, gibt gern den Anwalt des Volkes. So droht der Minister den Bahn-Verantwortlichen: "Wenn sich herausstellt, dass es vermeidbares Chaos gab, muss es Konsequenzen geben." Der Winter in Deutschland tauge dabei nicht "als Ausrede". Markig hört sich das an. Doch Moment! Die Bahn gehört ja nicht den Managern. Sie ist zwar privatrechtlich organisiert, aber im Staatsbesitz. Zu hundert Prozent. Und Ramsauer? Der Verkehrsminister ist der oberste Dienstherr von Bahn-Chef Rüdiger Grube, im Aufsichtsrat der Bahn sitzen gleich drei Staatssekretäre Ramsauers.

Die Bahn wird ausgepresst vom Staat: Die Regierung hat die jährliche Unternehmensdividende über 500 Millionen Euro im Rahmen ihres Sparpakets bereits verplant - statt sie zu nutzen, um das marode Unternehmen wieder flottzumachen. Daran hält Ramsauer bisher fest. Der Minister macht sich einen schlanken Fuß, wenn er jetzt behauptet, die gegenwärtigen Probleme seien Ergebnis des jahrelangen Sparkurses und Renditedrucks. Der Druck nämlich kam aus der Politik, sowohl von Ramsauers Unionsparteien als auch von der SPD. Es war Kanzler Gerhard Schröder, der Grube-Vorgänger Hartmut Mehdorn ins Amt hievte. Und der machte sich von Beginn an für die Privatisierung der Bahn stark - die schließlich vorerst abgeblasen wurde. Nur eines ist besser geworden im Vergleich zu Bundesbahn-Zeiten: der Service und der Umgangston des Personals.

Fazit: Die Politik hat gepennt, hat im Privatisierungswahn nicht mehr an Sinn und Zweck des Unternehmens gedacht: die ordentliche Beförderung von Fahrgästen.

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insgesamt 437 Beiträge
Moewi 12.01.2011
---Zitat--- Moment. Die Bürger sind nicht unschuldig an der Entwicklung. Sie haben die Politiker immer wieder in Wahlen bestätigt. ---Zitatende--- Damit ist alles wichtige gesagt.
---Zitat--- Moment. Die Bürger sind nicht unschuldig an der Entwicklung. Sie haben die Politiker immer wieder in Wahlen bestätigt. ---Zitatende--- Damit ist alles wichtige gesagt.
wintersommer 12.01.2011
Wer alles auf Kante näht, und sparen muss weil kein Geld da ist (das Geld geht an Banken und die Verschuldung) braucht sich nicht wundern das es Pannen en Masse gibt. Von - Flughäfen (Schneeräumung, Enteisung) - Bahn (Wenige [...]
Wer alles auf Kante näht, und sparen muss weil kein Geld da ist (das Geld geht an Banken und die Verschuldung) braucht sich nicht wundern das es Pannen en Masse gibt. Von - Flughäfen (Schneeräumung, Enteisung) - Bahn (Wenige alte Wagen, keine beheizte Weichen,...) - Kindergärtenplätze - Rente - aktuell Lebensversicherungen.. Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie es sich anfühlt wenn ein Staat kein Geld mehr hat und seine Pflichten nicht mehr erfüllen kann : Genau so geht es los und weiter....
FTAASO 12.01.2011
BITTE... ---Zitat--- Die Deutsche Bahn kapituliert. Wie einst die marode DDR-Wirtschaft hat das Staatsunternehmen vier Feinde: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. ---Zitatende--- Ich weiß, dass das Leben als Journalist [...]
BITTE... ---Zitat--- Die Deutsche Bahn kapituliert. Wie einst die marode DDR-Wirtschaft hat das Staatsunternehmen vier Feinde: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. ---Zitatende--- Ich weiß, dass das Leben als Journalist schwer ist - und gute Journalisten teuer. Aber ist das eine Entschuldigung, diesen URALTEN "Witz" immer wieder aufzukochen? Er war alt, als das "Schneechaos" begann. Aber damals noch zu ertragen. Inzwischen hat ihn jeder Volontär zig mal ins Web geblasen oder - ganz berauscht von der eigenen Originalität - auf Papier gerotzt. Allein hier auf der Website dürfte er in gefühlt 100 Artikeln und 10.000 Forenbeiträgen erzählt worden sein. Erst heute las ich diesen Ausbund an Fantasie in der Tageszeitung. Ehrlich, Kinder - lasst Euch doch mal was neues einfallen. Superoriginell wären doch drei Feinde: Sommer, Herbst und Winter, weil's im Frühjahr je noch am besten läuft... na, buaaahaha - ich kann mich kaum noch halten vor Lachen!
Hartmut Dresia 12.01.2011
Privatisierungswahn und ein personell unterbesetzter öffentlicher Dienst führen zu diesen Missständen. Eine Rückkehr zu einer sozialen Marktwirtschaft in Demokratie und Freiheit wäre das Gebot der Stunde. “Wir sprechen von [...]
Zitat von sysopProdukte deutscher Bauern sind mit Dioxin vergiftet, die Bahn kapituliert vor der Kälte, Schüler leiden unter dem Bildungschaos. Es geht einiges schief im Land der Disziplinierten und Korrekten. Der Bürger ärgert sich über seinen Staat. Zu Recht? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,738935,00.html
Privatisierungswahn und ein personell unterbesetzter öffentlicher Dienst führen zu diesen Missständen. Eine Rückkehr zu einer sozialen Marktwirtschaft in Demokratie und Freiheit wäre das Gebot der Stunde. “Wir sprechen von ‘Sozialer Marktwirtschaft’, um diese dritte wirtschaftspolitische Form zu kennzeichnen. Es bedeutet dies, dass uns die Marktwirtschaft notwendig als das tragende Gerüst der künftigen Wirtschaftsordnung erscheint, nur dass dies eben keine sich selbst überlassene liberale Marktwirtschaft, sondern eine bewusst gesteuerte, und zwar sozial gesteuerte Marktwirtschaft sein soll.” (http://www.plantor.de/2009/die-soziale-marktwirtschaft-liberal-und-sozial-erneuern/)
ridgleylisp 12.01.2011
Land der Disziplinierten und Korrekten? Das WAR wohl einmal! Könnte aber wieder sein. Es brauchte nur wieder ein bisschen Preußen. Nachtrag: Unter den Umständen wohl sehr viel Preußen.
Zitat von sysopProdukte deutscher Bauern sind mit Dioxin vergiftet, die Bahn kapituliert vor der Kälte, Schüler leiden unter dem Bildungschaos. Es geht einiges schief im Land der Disziplinierten und Korrekten. Der Bürger ärgert sich über seinen Staat. Zu Recht? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,738935,00.html
Land der Disziplinierten und Korrekten? Das WAR wohl einmal! Könnte aber wieder sein. Es brauchte nur wieder ein bisschen Preußen. Nachtrag: Unter den Umständen wohl sehr viel Preußen.
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