Anzeige erstattet Asylbehörde warnt vor falschen Mitarbeitern

In Rheinland-Pfalz soll sich ein Mann als Mitarbeiter des Bundesamts für Migration ausgegeben und einen Flüchtling befragt haben. Die Asylbehörde hat Anzeige erstattet - und warnt auf der Webseite.

Warnung des Bamf
bamf.de

Warnung des Bamf


Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) warnt vor falschen Mitarbeitern, die Flüchtlinge zu Gesprächen bitten und befragen. Auf der Homepage der Behörde heißt es, dass es zuletzt mehrfach solche Fälle gegeben habe. Das Bamf habe deshalb Anzeige erstattet.

Auf SPIEGEL-Anfrage bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Landau (Rheinland-Pfalz) eine Anzeige des Bamf. Diese sei Mitte Juni eingegangen. Seitdem laufen die Ermittlungen, sagte Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig. Es gebe Hinweise auf zwei weitere Fälle in Berlin und Baden-Württemberg - doch anders als der Fall in Rheinland-Pfalz seien diese noch nicht bestätigt, sagte die Sprecherin. In Berlin hieß es bei der Staatsanwaltschaft auf Anfrage, man habe keine Kenntnis davon.

In Rheinland-Pfalz hat das Bamf nach Angaben der Oberstaatsanwältin Anzeige wegen Amtsanmaßung gegen unbekannt gestellt. Ein Mann soll sich Ende Mai bei dem Betroffenen als Mitarbeiter der Behörde vorgestellt und dann ein Interview geführt haben. Welches Motiv dahinter steckt, ist unklar, sagte die Oberstaatsanwältin.

In der Warnung auf der eigenen Homepage macht das Bamf zudem deutlich, dass die Behörde grundsätzlich keine Hausbesuche durchführe. "Sollte Ihnen Ähnliches passieren oder sollten Sie als BetreuerIn Ähnliches beobachten, melden Sie dies bitte Ihrer örtlichen Polizeistelle." Die angeblichen Mitarbeiter, so schreibt das Bamf, sollen die Asylantragsteller unter dem Vorwand befragt haben, es gehe um eine zweite Anhörung.

mho



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