Bundesanwaltschaft Anklage gegen mutmaßlichen Dschihadisten-Anführer

Er soll für Terrororganisationen in Syrien gekämpft haben: Die Bundesanwaltschaft hat einen früheren mutmaßlichen Dschihadisten-Befehlshaber angeklagt.

Kampfeinheit beim Verlassen von Liwa (Archivaufnahme)

Kampfeinheit beim Verlassen von Liwa (Archivaufnahme)


Dem 30-jährigen Abdulmalk A. wirft die Bundesanwaltschaft vor, ab 2012 für die terroristische Nusra-Front und später für die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien gekämpft und strategisch wichtige Eroberungen verwaltet zu haben. Deshalb erhob die Behörde am Montag Anklage.

Demnach war A. ein "ranghoher Befehlshaber" der Nusra-Front im Osten des Bürgerkriegslands und beteiligte sich unter anderem an der Einnahme eines Gasfelds, das er anschließend verwaltete. Nach seinem Wechsel zum IS 2014 soll er in dessen Auftrag den Euphrat-Staudamm nahe der syrischen Stadt Tabka verwaltet haben. Er ist wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung angeklagt.

Das Kammergericht muss noch über die Eröffnung der Verhandlung entscheiden. Zusammen mit A. klagte die Bundesanwaltschaft ein weiteres mutmaßliches ehemaliges Al-Nusra-Mitglied an. Der 26-jährige Anas Ibrahim A.S. soll sich 2012 einer Kampfeinheit der Gruppierung angeschlossen haben. Dabei war er unter anderem an der Einnahme eines großen Waffen- und Munitionsdepots beteiligt.

Bei der Nusra-Front handelt es sich um den ehemaligen Ableger der Terrororganisation al-Qaida in Syrien, die Organisation benannte sich inzwischen in Fateh al-Scham um. Die beiden Männer waren im Mai in Berlin und Sachsen-Anhalt festgenommen worden.

als/AFP



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