Düsseldorf Mutmaßlicher Taliban-Elitekämpfer angeklagt

Ein deutscher Staatsangehöriger soll sich den Taliban angeschlossen und einer Eliteeinheit in Afghanistan angehört haben. Nun muss sich der 37-Jährige auch wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.

Thomas K. (Februar 2018)
AFP/ AFGHAN ARMED FORCES

Thomas K. (Februar 2018)


Der Generalbundesanwalt hat einen 37 Jahre alten mutmaßlichen Taliban-Kämpfer angeklagt. Thomas K. werde verdächtigt, als Mitglied der afghanischen Terrorvereinigung gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Die Anklage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf laute außerdem auf versuchten gemeinschaftlichen Mord.

Afghanische Spezialeinheiten hatten den Deutschen Ende Februar festgenommen und zwei Monate später nach Deutschland ausgeliefert. Die afghanischenBehörden bezeichneten ihn damals als Militärberater der Taliban. Er wurde Ende April nach Deutschland gebracht und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Laut Bundesanwaltschaft war K. im August 2012 nach Pakistan gereist und hatte sich an der afghanischen Grenze den Taliban angeschlossen. Seit Sommer 2013 gehörte er demnach zu einer auf Selbstmordanschläge spezialisierten Einheit, wobei er Ziele ausgespäht, beim Bombenbau geholfen und selbst ein entsprechendes Fahrtraining durchlaufen haben soll. Daneben habe er sich an einem Mörserangriff auf einen Stützpunkt der afghanischen Streitkräfte beteiligt.

Anfang 2017 wechselte er laut Bundesanwaltschaft zu einer Eliteeinheit der Taliban in der südafghanischen Provinz Helmand mit Namen "Red Unit" ("Rote Einheit"). Auch dort baute er demnach Sprengsätze und plante Anschläge. Er betätigte sich außerdem als Muezzin.

asa/dpa/AFP



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