Bundesbehörde Schily unterstützt Versetzung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter

Frühere Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit will Leiter Roland Jahn nicht mehr in seiner Behörde haben - schließlich beschäftigt sich diese mit der Auswertung von Stasi-Akten. Für seine Pläne erntet er Zustimmung von Ex-Innenminister Schily. Kritik kommt dagegen von einem CDU-Mann.

Von Stefan Berg

Neuer Behördenchef Jahn: Frühere Geheimdienstmitarbeiter entfernen
DPA

Neuer Behördenchef Jahn: Frühere Geheimdienstmitarbeiter entfernen


Er will frühere Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit aus seiner Behörde entfernen lassen. Mit diesem Vorhaben sorgt der neue Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, für Diskussionen. Der einstige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat sich jetzt hinter Jahn gestellt. Er schätze den Bundesbeauftragten und verstehe dessen Anliegen, sagte Schily. "Persönliche Attacken auf Roland Jahn sind absolut unangebracht."

Er sei zwar für die Integration früherer Mitläufer und Mittäter. "Aber die Behörde des Bundesbeauftragten ist nicht der richtige Ort für eine Resozialisierung", so Schily weiter. Deshalb unterstütze er Jahns Idee, die betreffenden Mitarbeiter zu versetzen.

Massive Kritik hingegen kommt vom letzten Innenminister der DDR, dem CDU-Mann Peter-Michael Diestel: "Es ist ein Skandal, Menschen nach 20 Jahren so zu behandeln." Als Anwalt sei er bereit, die Betroffenen gegebenenfalls zu verteidigen. In Kürze wird sich der Bundestag mit Jahns Plänen beschäftigen. Abgeordnete wollen per Antrag die Bundesregierung zur Unterstützung von Jahn auffordern.

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