NS-Klüngel: Alt-Nazis beherrschten Justizministerium bis in die sechziger Jahre

Auch lange nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bundesjustizministerium von ehemaligen Nazis geprägt. Noch im Jahr 1966 waren laut SPIEGEL-Informationen 60 Prozent der Abteilungsleiter ehemalige Mitglieder der NSDAP.

Das Bundesjustizministerium beschäftigt sich mit seiner Nazi-Vergangenheit. Doch das bisherige Ergebnis ist ernüchternd. Nach Informationen des SPIEGEL arbeiteten noch viele Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zahlreiche ehemalige Nazi-Juristen in führenden Funktionen des Ministeriums.

Diese Bilanz zieht eine unabhängige Historikerkommission, die im Auftrag von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die NS-Vergangenheit des Justiz-Ressorts untersucht.

Demnach waren 1950 noch 47 Prozent aller leitenden Beamten im Justizministerium ehemalige Parteigänger der Nazis, neun Jahre später waren es immer noch 45 Prozent. Die landläufige Annahme, dass sich die Zahl der Alt-Nazis in deutschen Behörden mit den Jahren verringert habe, hielt der Prüfung durch die Wissenschaftler nicht stand: 1966 waren 60 Prozent der Abteilungsleiter und 66 Prozent der Unterabteilungsleiter ehemalige Mitglieder der NSDAP.

Hinzu kamen vereinzelt Staatsdiener, die zwar nicht in der Nazi-Partei gewesen waren, sich aber etwa an Vollstreckungen von Todesurteilen des Volksgerichtshofs beteiligt hatten. Die Leitung der unabhängigen Historikerkommission hatten Manfred Görtemaker und Christoph Safferling inne.

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insgesamt 49 Beiträge
geiger45 28.04.2013
Das ist ja nun wirklich absolut nicht neues. Nicht nur im justizministerium; so gab es ja auch den fall filbinger...globke und sehr, sehr viele andere mehr Es ist nur verwunderlich( nee, eigentlich nicht), dass diese [...]
Das ist ja nun wirklich absolut nicht neues. Nicht nur im justizministerium; so gab es ja auch den fall filbinger...globke und sehr, sehr viele andere mehr Es ist nur verwunderlich( nee, eigentlich nicht), dass diese "Wahrheiten" erst heute veröffentlich werden. Deutschland hätte ganz anders ausgesehen(auf beiden seite). aber .....
Kritikusus 28.04.2013
nicht gestorben ist, dann lebt sie da noch heute.
nicht gestorben ist, dann lebt sie da noch heute.
lydisch 28.04.2013
Soll das jetzt was Neues sein? Das hat die CDU/CSU mit Absicht so gemacht. Schließlich wollten sie die Nazis schützen! Ich hatte mich schon als Jugendlicher darüber gewundert, warum so wenig Nazis gefasst und verurteilt [...]
Zitat von sysopAuch lange nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bundesjustizministerium von ehemaligen Nazis geprägt. Noch im Jahr 1966 waren laut SPIEGEL-Informationen 60 Prozent der Abteilungsleiter ehemalige Mitglieder der NSDAP. Bundesjustizministerium lange Jahre von Ex-Nazis beherrscht - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesjustizministerium-lange-jahre-von-ex-nazis-beherrscht-a-897000.html)
Soll das jetzt was Neues sein? Das hat die CDU/CSU mit Absicht so gemacht. Schließlich wollten sie die Nazis schützen! Ich hatte mich schon als Jugendlicher darüber gewundert, warum so wenig Nazis gefasst und verurteilt werden. Das konnte nur was mit der Regierung zutun haben!
vox veritas 28.04.2013
Ganz genau. Die CDU ist an allem schuld!!! Oder waren es vielleicht doch die Menschen, die in den Parteien waren? Sprache ist nicht zufällig!
Zitat von lydischSoll das jetzt was Neues sein? Das hat die CDU/CSU mit Absicht so gemacht. Schließlich wollten sie die Nazis schützen! Ich hatte mich schon als Jugendlicher darüber gewundert, warum so wenig Nazis gefasst und verurteilt werden. Das konnte nur was mit der Regierung zutun haben!
Ganz genau. Die CDU ist an allem schuld!!! Oder waren es vielleicht doch die Menschen, die in den Parteien waren? Sprache ist nicht zufällig!
vantast64 28.04.2013
kein einziger ist je verurteilt worden, selbst die Witwe von Dr.Freisler bekam eine gute Rente, "da ihr Mann auch in der Bundesrepublik Richter geblieben wäre". Es zahlt sich eben immer aus, die herrschenden Gesetze und [...]
kein einziger ist je verurteilt worden, selbst die Witwe von Dr.Freisler bekam eine gute Rente, "da ihr Mann auch in der Bundesrepublik Richter geblieben wäre". Es zahlt sich eben immer aus, die herrschenden Gesetze und die Gesetze der Herrschenden zu kennen.
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  • Sonntag, 28.04.2013 – 16:08 Uhr
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Zur Person
dpa
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, gehört dem Bürgerrechtsflügel der FDP an. Nach dem Sieg von Schwarz-Gelb wurde sie zum zweiten Mal Bundesjustizministerin. Während der Ära von Helmut Kohl hatte sie das Amt schon einmal inne. Sie wurde bundesweit bekannt, als sie 1996 als Ministerin zurücktrat, nachdem in der Koalition, aber vor allem in der FDP, der sogenannte Große Lauschangriff gebilligt worden war. Die 59-Jährige lebt bei München und ist auch Landesvorsitzende der bayerischen FDP.






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