Bundeskriminalamt Fast jeden Tag ein Anschlag auf ein Asylbewerberheim

Der Trend ist rückläufig - und doch bleibt die Zahl hoch: 211-mal wurden Flüchtlingsunterkünfte in den ersten neun Monaten dieses Jahres angegriffen. Hinter den meisten Taten stecken Rechtsradikale.

Absperrband vor einem angegriffenen Flüchtlingsheim in Bremen (Archiv)
DPA

Absperrband vor einem angegriffenen Flüchtlingsheim in Bremen (Archiv)


Flüchtlinge müssen sich in Deutschland weiter vor Gewalt fürchten. Trotz einer rückläufigen Tendenz gibt es bundesweit im Schnitt fast immer noch jeden Tag einen Anschlag auf ein Asylbewerberheim. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden 211 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte verübt, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Statistik des Bundeskriminalamts berichtete, die SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Seit Januar blieben die Zahlen demnach weitgehend konstant und lagen pro Quartal bei rund 70. Die meisten Straftaten haben einen rechtsradikalen Hintergrund. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits mehr Attacken gezählt als vor der Flüchtlingskrise 2014, als es im Gesamtjahr 199 waren.

Allerdings ist der Trend gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig. In den ersten neun Monaten 2016 gab es mit 866 Anschlägen noch mehr als viermal so viele Attacken. Im gesamten Jahr 2015 wurden zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 1031 Anschläge gezählt, 2016 waren es knapp tausend. Darunter fallen etwa Überfälle, Sprengstoffanschläge und Brandstiftungen.

dop/AFP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.