Verstärkter Grenzschutz Bundespolizisten häufen 2,7 Millionen Überstunden an

Die Überstundenkonten der Bundespolizei laufen über: Die Mehrarbeitsstunden der Beamten nähern sich mittlerweile der Drei-Millionen-Marke.

Bundespolizisten am Münchner Hauptbahnhof
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Bundespolizisten am Münchner Hauptbahnhof


Der Überstundenberg der deutschen Bundespolizisten wächst weiter und nähert sich offenbar der Drei-Millionen-Marke. Die Beamten hätten bis Ende Februar 2,7 Millionen Überstunden angesammelt, wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet. Die Zahl stammt demnach aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.

Sicherheitskreise machen für den Anstieg vor allem die wegen des verstärkten Flüchtlingszuzugs Mitte September eingeführten Grenzkontrollen verantwortlich. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) klagt seit Längerem über die hohe Arbeitsbelastung der Beamten.

2015 hatten die rund 40.000 deutschen Bundespolizisten nach der Wiedereinführung von Grenzkontrollen binnen eines Monats bereits eine halbe Million Überstunden aufgehäuft. Mit dem neuen Stand von 2,7 Millionen kommen rechnerisch auf einen Beamten mittlerweile knapp 70 Mehrarbeitsstunden. Der Bund hat für die kommenden Jahre 3000 zusätzliche Stellen versprochen.

Die der dem Bundesinnenministerium unterstehenden Polizisten arbeiten vor allem an den deutschen Landesgrenzen sowie auf Flughäfen und an Bahnhöfen. Auch in der Terrorabwehr und im Umfeld von Fußballspielen sind sie im Einsatz. Wegen des Rückrundenstarts in der Bundesliga hatte die GdP bereits im Januar auf mehr als zwei Millionen Überstunden allein durch die häufigeren Grenzeinsätze der Beamten hingewiesen und vor Überlastung gewarnt.

cht/dpa

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