Von Sebastian Fischer, Florian Gathmann, Veit Medick, Severin Weiland und Philipp Wittrock
Der Kirchenmann war ein Meister in eigener PR, in Talkshows daher ein gerngesehener Gast: Wolfgang Huber, 67. Bis 2009 bekleidete der 67-Jährige das Amt des Bischofs der Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und war Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Huber wäre für das Amt wohl geschaffen: Ob zu theologischen, politischen, wirtschaftlichen oder moralischen Fragen - kaum ein Thema ließ er aus. In den letzten Jahren wurde er mehr denn je zum politischen Bischof - nicht immer zur Freude aller Mitglieder. Vor allem stand er in der evangelischen Kirche für einen selbstbewussten Dialog der Christen mit dem Islam.
In dem von einer rot-roten Koalition regierten Berlin setzte er sich massiv für Religion als Wahlpflichtfach ein - allerdings erfolglos. Mit seiner oszillierenden Haltung zwischen Liberalismus und aufgeklärtem Konservatismus wäre der verheiratete Huber - drei Kinder, zwei Enkelkinder - für viele in der Mitte also ein vorzeigbarer Mann.
Familiär gibt es durchaus Anknüpfungspunkte, ins höchste Amt zu kommen: Sein Großvater Walter Simons war Präsident des Reichsgerichts und 1925 nach dem Tode des SPD-Reichspräsidenten Friedrich Ebert für zwei Monate höchster Mann in der Weimarer Republik.
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