Bundespräsidenten-Kandidaten Schloss sucht Boss

Mehr rhetorisches Geschick, größeres politisches Gewicht, höhere Unparteilichkeit: Das Anforderungsprofil für die Nachfolge von Horst Köhler ist hoch. In Berlin kursieren zahlreiche Namen - SPIEGEL ONLINE zeigt die Kandidaten mit den größten Chancen.

Von , , , und


Berlin - Es ist keine Zeit zu verlieren. Nur noch 29 Tage bleiben, um einen Nachfolger für Horst Köhler zu finden: Am 30. Juni soll der neue Bundespräsident gewählt werden. Köhlers plötzlicher Rücktritt hat die Republik in Aufruhr versetzt - vor allem aber stehen nun Kanzlerin Angela Merkel und ihre schwarz-gelbe Regierung in der Pflicht. Denn dank ihrer Mehrheit von 23 Stimmen in der Bundesversammlung liegt es an Union und FDP, ein neues Staatsoberhaupt zu finden.

Doch Merkel und Co. wollen jetzt demonstrativ Ruhe bewahren. In einem Gespräch der Parteivorsitzenden am Dienstag im Kanzleramt ging es nach Angaben aus Regierungskreisen vor allem um das geplante Sparpaket der Regierung. Deshalb sei auch Finanzminister Wolfgang Schäuble später zu der Runde hinzugestoßen.

Das Thema Köhler-Nachfolge habe man allenfalls "am Rande" erörtert, hieß es gegenüber SPIEGEL ONLINE. Es werde deshalb auch am Dienstag keine Entscheidung in der Bundespräsidenten-Frage fallen. "Es wird definitiv kein weißer Rauch aufsteigen", ist in Anspielung auf das Ritual bei der Papstwahl aus dem Umfeld der Kanzlerin zu hören. Die Entscheidung brauche Zeit. Merkel werde das Gespräch mit vielen Akteuren suchen, auch eine Unterredung mit SPD-Chef Sigmar Gabriel sei angedacht. Dass diese Woche bereits eine Entscheidung falle, sei demnach eher nicht zu erwarten.

SPD und Grüne haben schon angedeutet, dass sie einen schwarz-gelben Kandidaten mittragen würden - wenn er oder sie überparteilich genug wäre. Ansonsten würde man mit einem eigenen Vorschlag ins Rennen gehen, heißt es aus den Parteizentralen.

Wird es vielleicht eine Frau? Eine Bundespräsidentin in Schloss Bellevue - es wäre eine Premiere, nach neun männlichen Vorgängern.

SPIEGEL ONLINE stellt die möglichen Kandidaten für das höchste Amt im Staat vor:

Zurück zum Hauptartikel



insgesamt 199 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Akka, 01.06.2010
1. Kandidaten
Der Reihe der bildlich dargestellten Kandidaten zeigt deutlich und überzeugend in welchem Dilemma sich unser Staat befindet.
sophistson 01.06.2010
2. Stoiber hat den größten Spaßfaktor
die Reden würden alle in die Geschichtsbücher eingehen. Also Edmund for President
cha cha 01.06.2010
3. Heiner Geißler
Zitat von sysopEr soll prägnant reden können, mehr politisches Gewicht entwickeln als sein Vorgänger, aber unparteiisch sein: Das Anforderungsprofil für den neuen Bundespräsidenten ist hoch. In Berlin kursieren zahlreiche Namen - SPIEGEL ONLINE zeigt die Kandidaten mit den größten Chancen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,697986,00.html
In der Spiegel-Liste fehlt der Heiner Geißler. Der wäre mein Top-Favorit.
readme74 01.06.2010
4. blanker Hohn...
Über Ursula von der Leyen steht im Artikel: ---Zitat--- Die Mutter von sieben Kindern weiß aus eigener Erfahrung, welche konkrete Herausforderungen das Leben stellt. Eines ihrer großen Projekte am Ende ihrer Amtszeit als Familienministerin war die Förderung der Mehrgenerationenhäuser. ---Zitatende--- Frau von der Leyens Kinder bekommen ihre Mutter eher selten zu Gesicht, und sie werden überwiegend von Kindermädchen versorgt. Und mit einem Gehalt als Ministerin oder vorher schon als Ärztin, und nicht zuletzt als privilegierte Albrecht-Tochter weiß man wohl kaum, "welche konkreten Herausforderungen das Leben stellt" an normale Familien mit vielen Kindern und ohne elterlichen Beziehungs- und Karrierebonus. Und wo wir schon bei "großen Projekten" zum Ende ihrer Amtszeit als Familienministerin sind... lieber Spiegel, das Projekt das am meisten Erwähnung verdient ist doch wohl der kläglich gescheiterte (Anti-)Kinderporno-Wahlkampf. Schon merkwürdig, wie hier ausgerechnet diese völlig unfähige und talentfreie Frau so hochgelobt wird - gerade SPON war ja eher auf Seiten der Netzsperren-Gegner, aber das scheint man wohl in den eigenen Redaktionsräumen schon wieder vergessen zu haben.
dayo, 01.06.2010
5. das wär was
den stoiber habt ihr doch nur auf die liste gesetzt, weil vorher so oft der name lübke gefallen ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.