Berlin - Die Rentner in Deutschland sind aus Sicht der Regierung trotz teilweise niedriger gesetzlicher Altersbezüge "überwiegend gut versorgt". Das stellt der fünfte Alterssicherungsbericht der Bundesregierung fest, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.
Demnach verfügen Ehepaare und Alleinstehende, die 65 Jahre oder älter sind, im Durchschnitt über ein Haushaltseinkommen von 1818 Euro netto im Monat. Laut Bericht gibt es aber große Unterschiede. Alleinstehende Frauen dieser Altersgruppe haben mit durchschnittlich 1292 Euro eher weniger Geld zum Ausgeben. Bei männlichen Singles sind es schon 1560 Euro, bei Ehepaaren sogar 2433 Euro.
Die Untersuchung, die das Bundesarbeitsministerium alle vier Jahre erstellt, wurde Anfang der Woche zur Abstimmung in die anderen Ressorts verschickt, schreibt die Zeitung. Aus dem Regierungsdokument geht hervor, dass die gesetzliche Rente für die Versorgung der alten Menschen immer noch die größte Bedeutung hat. Etwa die Hälfte der Generation 65 plus profitiert aber bereits von betrieblicher oder privater Vorsorge.
In dem Bericht wird auch vor zunehmenderAltersarmut gewarnt. Derzeit müssen demnach aber nur 2,5 Prozent der mehr als 65-Jährigen von der staatlichen Grundsicherung im Alter leben. Die Senkung des Rentenniveaus von derzeit 51 auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns im Jahr 2030 führe besonders bei Geringverdienern zu einem steigenden Altersarmutsrisiko, heißt es in dem Zeitungsbericht unter Berufung auf das Dokument. "Selbst Geringverdiener, die jahrzehntelang in das Rentensystem eingezahlt haben, werden am Ende ihres Erwerbslebens kein auskömmliches Einkommen aus der Rente haben", zitierte die Zeitung aus dem Rentenbericht.
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fürchtet, dass die Quote deutlich wächst, wenn die Regierung nichts unternimmt. Sie will Geringverdiener und Selbstständige in Zukunft stärker absichern. Wie dies am besten geschehen soll, ist in der schwarz-gelben Koalition allerdings umstritten.
Von den gut 4,2 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einem Bruttolohn von weniger als 1500 Euro haben dem Regierungsbericht zufolge 1,8 Millionen weder eine betriebliche Altersversorgung noch einen Riester-Vertrag. Mehr als zwei Drittel von ihnen seien Frauen. Für das Zahlenwerk hat die Firma TNS Infratest Sozialforschung im Jahr 2011 fast 28.000 Personen befragt.
hen/dpa/dapd
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