Humanitäre Hilfe Berlin stockt Flüchtlingshilfe für Nahen Osten auf

140 Millionen Euro mehr sollen für humanitäre Hilfe und Bildung im Nahen Osten ausgegeben werden. Die Bundesregierung will laut einem Bericht so den Flüchtlingen im Irak oder im Libanon eine Perspektive bieten.

Kinder im UNHCR-Camp im Libanon: Finanzielle Unterstützung aus Deutschland
AP

Kinder im UNHCR-Camp im Libanon: Finanzielle Unterstützung aus Deutschland


Mehr Hilfsgelder für Hilfesuchende im Irak, im Libanon, in Jordanien oder in der Türkei: Die Bundesregierung stockt einem Medienbericht zufolge die Flüchtlingshilfe für den Nahen Osten auf. Mit 140 Millionen Euro mehr sollten humanitäre Hilfe sowie Bildungsprogramme und Infrastruktur- und Beschäftigungsprojekte finanziert werden. Das meldeten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Die dramatische Unterfinanzierung von lebenswichtigen Programmen der Vereinten Nationen setzt die Krisengebiete zunehmend unter Druck", sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller der Zeitungsgruppe. Durch das sogenannte Winterpaket sollen die Flüchtlinge "eine Perspektive vor Ort" erhalten. Besonders Kindern und Jugendlichen fehle derzeit eine Grundversorgung, so Müller.

Laut Müllers Ministerium werden die deutschen Hilfsgelder durch Umschichtungen im Haushalt aufgebracht. Laufende Projekte würden deshalb nicht gekürzt.

Durch den syrischen Bürgerkrieg sowie durch die Ausbreitung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak ist die Welt derzeit mit der größten Flüchtlingskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs konfrontiert. Allein aus Syrien flohen bereits etwa vier Millionen Menschen.

Laut dem Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bis zum vergangenen Montag 1.005.504 Flüchtlinge in die Europäische Union gekommen. Das sind viermal so viele wie 2014. Mehr als 800.000 Menschen seien allein von der Türkei über das Mittelmeer nach Griechenland gereist.

Syrer stellten die größte Gruppe. 455.000 seien als Flüchtlinge in der EU registriert worden. 186.000 Migranten stammten demnach aus Afghanistan. 3965 Menschen sind laut IOM auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken oder werden vermisst.

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vek/Reuters/AFP



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