Kriminalität: Bundestag billigt Steuerabkommen mit der Schweiz
312 Ja-Stimmen gegen 256 Nein-Stimmen: Der Bundestag hat das umstrittene Steuerabkommen mit der Schweiz ratifiziert. Die entscheidende Abstimmung steht aber noch aus - der Bundesrat muss noch sein Votum abgeben. Und dort blockieren die von SPD und Grünen geführten Länder das Vorhaben.
Berlin - Die schwarz-gelbe Koalition treibt die Umsetzung des umstrittenen Steuerabkommens mit der Schweiz trotz anhaltenden Widerstandes aus den Bundesländern voran. Der Bundestag billigte am Donnerstag in namentlicher Abstimmung mit der Mehrheit von Union und FDP das "Umsetzungsgesetz". Mit Ja votierten 312 Parlamentarier, 256 mit Nein. Ein Abgeordneter enthielt sich.
Allerdings bedarf das Abkommen in Deutschland auch der Zustimmung des Bundesrates, wo die von SPD und Grünen geführten Länder das Vorhaben blockieren. Sie bemängeln, das Abkommen sei schlampig ausgehandelt, schone Steuerflüchtlinge und ermögliche ihnen noch bis zum Jahresende, ihr Geld in andere Steueroasen zu verschieben.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte immer wieder für das vom Scheitern bedrohte Abkommen mit der Schweiz geworben. Niemand solle seine steuerlichen Verpflichtungen reduzieren oder sich ihnen entziehen können, indem Einkünfte manipuliert oder in einem anderen Land versteckt würden, argumentiert er. "Genau dies erreichen wir mit dem Abkommen mit der Schweiz", sagte er. Das von ihm ausgehandelte Abkommen sieht eine pauschale, anonyme und abgeltende Nachversteuerung von deutschem Schwarzgeld zu Sätzen zwischen 21 und 41 Prozent vor. Künftige Kapitalerträge sollen wie in Deutschland belastet werden.
Die SPD-regierten Länder wollen dagegen den Fahndungsdruck auf Steuerflüchtlinge aufrechterhalten und auch in Zukunft Daten-CDs kaufen, die aus Schweizer Banken entwendet wurden. Der Bundesrat stimmt voraussichtlich Ende November ab.
hen/Reuters/dpa
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- Donnerstag, 25.10.2012 – 18:59 Uhr
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- Das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz soll Anfang 2013 in Kraft treten.
- Geld, das bisher am deutschen Fiskus vorbei in die Schweiz gebracht wurde, soll pauschal mit 21 bis 41 Prozent nachversteuert werden - je nach Dauer und Größe der Einlagen.
- Die Regelung soll rückwirkend für zehn Jahre gelten. Im Gegenzug wird den Anlegern Straffreiheit zugesagt.
- Künftige Kapitalerträge deutscher Anleger bei Schweizer Banken sollen wie in Deutschland mit 26,4 Prozent besteuert werden.
- Das Schweizer Parlament hat das Abkommen am 30. Mai gebilligt.
- In Deutschland könnte das Abkommen blockiert werden. Die von SPD und Grünen geführten Bundesländer, deren Zustimmung erforderlich ist, lehnen die Vereinbarung ab.
- Kritiker monieren eine Benachteiligung der Steuerehrlichen. Voraussichtlich werde in 80 Prozent der Fälle nur der Mindeststeuersatz von 21 Prozent fällig. Für die deutschen Steuerbehörden gebe es keine Kontrollmöglichkeiten. Das Schwarzgeld könne bis zum Inkrafttreten des Abkommens beiseitegeschafft werden. Und es gebe zu viele Schlupflöcher.
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