Bundestag Künast und Trittin bleiben Fraktionschefs

Das alte Führungsduo ist das neue Führungsduo. Die Grünen im Bundestag haben Renate Künast und Jürgen Trittin als Chefs ihrer Fraktion bestätigt. Beide erhielten exakt das gleiche Ergebnis wie vor zwei Jahren.

Renate Künast und Jürgen Trittin:  an der Spitze bestätigt
dapd

Renate Künast und Jürgen Trittin:  an der Spitze bestätigt


Berlin - Renate Künast und Jürgen Trittin führen auch künftig die Grünen-Fraktion im Bundestag. Die Abgeordneten verzichteten mit der Bestätigung des Duos auf neue Köpfe an der Spitze. Bei der turnusgemäßen Wahl in der Fraktion am Dienstag in Berlin erhielt Künast 79 und Trittin 91 Prozent - das gleiche Resultat wie bei der Wahl 2009. Gegenkandidaten hatten sich den 68 Abgeordneten nicht empfohlen. 66 Stimmen wurden abgegeben.

Die Wahl war als Etappe für das künftige Kräfteverhältnis der führenden Grünen mit Spannung erwartet worden. Künast war als Spitzenkandidatin im Berliner Wahlkampf mit den Zielen gescheitert, in der Hauptstadt Regierungschefin zu werden oder die Grünen wenigstens in eine rot-grüne Regierung zu führen. Trittin hatte sich währenddessen in der Debatte über die Finanzkrise profiliert. Bereits im Vorfeld hatte es in der Fraktion aber geheißen, dass die Abgeordneten Künast nicht abstrafen wollten.

In den kommenden Monaten dürfte bei den Grünen die Debatte an Fahrt gewinnen, wer die Partei im Bundestagswahlkampf 2013 an der Spitze vertritt. 2009 hieß das Spitzenduo Künast und Trittin. Als unangefochten gilt Trittin, doch in der Partei wird bezweifelt, dass er alleiniger Spitzenkandidat wird. Ihr stabiles Ergebnis in der Fraktion dürfte Künasts Position nach dem Berliner Wahlkampf nun wieder stärken. Möglicherweise bilden die beiden mit den Parteivorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir ein Spitzenquartett.

Künast sagte, in der zweiten Halbzeit der Legislaturperiode wollten sich die Grünen verstärkt um die "Alltagssorgen der Menschen" kümmern. "Welche Prioritäten kann man angesichts der Finanzlage eigentlich setzen?" Diese Debatte würden die Grünen im kommenden Jahr intensiv führen und ihnen "intern ein großes Ringen" einbringen.

Ziel sei die Regierungsübernahme 2013 - möglichst erneut gemeinsam mit der SPD. Allerdings hätten sich die Grünen seit Rot-Grün 1998 weiterentwickelt. "Wir sind eine eigenständige Partei."

ler/dpa/dapd



insgesamt 8 Beiträge
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stimmvieh_2011 18.10.2011
1. Politiker von gestern
Es ist interessant wie sich SPD (Platzeck, Beck), Grüne (Künast) und Linke (Lafontaine, Gysi) mit Politikern schmücken, die es als es darauf ankam, nicht geschafft haben, sich politisch durchzusetzen.
erwin777sti 19.10.2011
2. Tatsächlich interessant.
Zitat von stimmvieh_2011Es ist interessant wie sich SPD (Platzeck, Beck), Grüne (Künast) und Linke (Lafontaine, Gysi) mit Politikern schmücken, die es als es darauf ankam, nicht geschafft haben, sich politisch durchzusetzen.
was wollten Sie damit ausdrücken ? möglicherweise den Gegensatz zu Frau Dr. Merkel, die es von der FDJ-Sekretärin für Agitation & Propaganda an die Spitze der weltanschaulich entgegengesetzten CDU geschafft hat. Auch interessant, gell !?
JEW-T 19.10.2011
3. Nuja, stimmvieh_2011,
bei mangelnder Kenntnis amerikanischer Slogans kann man eben dazu kommen nach der Devise "never change a loosing team" zu handeln...
rathals 19.10.2011
4. Künast und Trittin
Sehr gut ! Damit sind max 8 % Wählerstimmen sicher.
ogniflow 19.10.2011
5. Ich dachte...
Ich dachte die Grünen setzen sich für die Frauen-Quote ein. Dann sollte im Führungsduo doch eine Frau vertreten sein. Oder?
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