Bundestag Politiker von CSU, AfD und FDP bei Nebeneinkünften ganz vorn

Mehr als 250.000 Euro hat CSU-Politiker Hans Michelbach neben seiner Arbeit als Bundestagsabgeordneter eingenommen. Das zeigt eine Auswertung. Insgesamt verdienen Unionsabgeordnete am meisten dazu.

Hans Michelbach
imago/ Sven Simon

Hans Michelbach


Im neu gewählten Bundestag gehen mindestens 41 der 709 Abgeordneten einer bezahlten Nebentätigkeit nach. Das geht aus einer Auswertung des Portals Abgeordnetenwatch.de hervor. Die höchsten Nebeneinkünfte hat demnach der CSU-Parlamentarier Hans Michelbach, der als Inhaber der MIBEG-Unternehmensgruppe einen jährlichen Gewinn von mehr als 250.000 Euro angegeben hat. Über die Auswertung hatte zuerst die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Mitglieder des Bundestags sind verpflichtet, Einkünfte von mehr als 1000 Euro im Monat oder 10.000 Euro im Jahr anzugeben. Allerdings müssen sie keine genaue Summe nennen, sondern sich nur in eine von zehn Verdienststufen einordnen. Michelbach ist der einzige Parlamentarier in Stufe 10, die für ein Jahreseinkommen von mehr als 250.000 Euro steht.

Ihm folgt der AfD-Abgeordnete Uwe Kamann, der eigenen Angaben zufolge als Geschäftsführer der Unternehmensberatung so:cas monatlich zwischen 15.000 und 30.000 Euro verdient und darüber hinaus für das vergangene Jahr einen Gewinn zwischen 75.000 und 100.000 Euro vermeldet.

Stufen der Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten

Stufen Einkünfte
Stufe 1 mehr als 1000 bis 3500 Euro
Stufe 2 bis 7000 Euro
Stufe 3 bis 15.000 Euro
Stufe 4 bis 30.000 Euro
Stufe 5 bis 50.000 Euro
Stufe 6 bis 75.000 Euro
Stufe 7 bis 100.000 Euro
Stufe 8 bis 150.000 Euro
Stufe 9 bis 250.000 Euro
Stufe 10 über 250.000 Euro

Quelle: Deutscher Bundestag

Einen gut bezahlten Zweitjob hat auch der FDP-Politiker Reinhard Houben, der als geschäftsführender Gesellschafter eines Lichttechnikunternehmens auf einen monatlichen Hinzuverdienst zwischen 7000 und 15.000 Euro kommt sowie auf einen Jahresgewinn für 2017 zwischen 15.000 und 30.000 Euro.

Wenn man die bisher bekannten bezahlten Nebentätigkeiten nach Fraktionen addiert, liegt die Union mit deutlichem Vorsprung vor FDP und AfD, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Es folgen Sozialdemokraten und mit Abstand die Linken. Die Fraktion der Grünen ist Schlusslicht, bisher ist von keinem ihrer Abgeordneten eine bezahlte Nebentätigkeit bekannt.

"Es gehört zur Freiheit des Mandats, dass Abgeordnete weiter ihrem Beruf nachgehen dürfen, wenn sie in den Bundestag gewählt werden", sagte Bundestags-Topverdiener Michelbach der "Rhein-Neckar-Zeitung". Wer wie er vor seinem Einzug ins Parlament eine Firma gehabt habe, müsse sein Eigentum behalten können.

Die Angaben der Abgeordneten sind auf der Website des Bundestags nachzulesen. Das Portal Abgeordnetenwatch.de hat die Daten gesichtet und aufbereitet. Von den 709 Parlamentariern haben demnach 41 Abgeordnete eine bezahlte und 220 Abgeordnete eine unbezahlte Nebentätigkeit.

Ein Bundestagsabgeordneter erhält 9524 Euro im Monat für seine Abgeordnetentätigkeit.

mho/dpa



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