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Rüge im Parlament: "Frau Bundeskanzlerin, das muss sich auch anderswo erledigen lassen"

Der Bundestag debattiert über eine Geheimdienstreform - doch die Kanzlerin hat offenbar Wichtigeres zu besprechen. Prompt setzt es eine Rüge vom Parlamentspräsidenten.

Die Debatte lief schon eine Weile, und wie immer war es im Bundestagsplenum keineswegs still. Dass Abgeordnete sich nebenbei unterhalten oder durch den Saal gehen, ist nichts ungewöhnliches - solche Ermahnungen hingegen schon: "Frau Bundeskanzlerin, das muss sich auch anderswo erledigen lassen." Die Rüge kam von Parlamentspräsident Norbert Lammert - und galt Angela Merkel.

Die Kanzlerin hatte sich zuvor mit SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann in den ersten Sitzreihen der Abgeordnetenbänke angeregt unterhalten - und nicht gerade leise. Das missfiel ihrem Parteikollegen Lammert offenbar so sehr, dass er die CDU-Chefin und Kanzlerin höflich und vor allem bestimmt ermahnte.

Die Debatte, der Merkel und Oppermann nicht besonders aufmerksam folgten, hatte es eigentlich in sich: Der Bundestag hatte über eine umstrittene Verfassungsschutzreform zu befinden. Mit den Stimmen der Koalition verabschiedete das Parlament die Reform.

Merkel sah trotz des wichtigen Themas offenbar keine Notwendigkeit, nach Lammerts Rüge ihren Platz einzunehmen und der Debatte zu folgen: Sie zog sich mit Oppermann kurzerhand in eine der oberen Sitzreihen zurück und setzte das Gespräch dort fort.

mxw/Reuters/dpa

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