Bundestag Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Kokain-Verdachts

Nachdem auf 22 Toiletten des Parlamentsgebäudes angeblich Kokainspuren gefunden wurden, hat sich nun die Staatsanwaltschaft Berlin des Themas angenommen. Der Ältestenrat des Parlaments wird sich ebenfalls mit dem Verdacht befassen.


Plenarsaal im Reichstag
AP

Plenarsaal im Reichstag

Berlin - "Das ist jetzt in den Händen der Staatsanwaltschaft", sagte eine Parlamentssprecherin zu den angeblichen Kokain-Funden.

Nach eigenen Angaben will die Staatsanwaltschaft den Fernsehsender Sat.1 bitten, das Material zu dem Thema herauszugeben. "Wir werden den Sender bitten, uns das Video und die Testergebnisse zur Verfügung zu stellen", sagte eine Sprecherin.

Die Informationen würden geprüft und dann möglicherweise weitere Schritte eingeleitet. Wie lange die Prüfung andauern werde, hänge von dem Umfang des Materials ab, sagte die Sprecherin. Bislang sei noch keine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingegangen.

Mit den angeblichen Kokainfunden in 22 Toiletten wird sich voraussichtlich der Ältestenrat des Parlaments beschäftigen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Jörg van Essen, sagte, die Liberalen hätten einen entsprechenden Antrag gestellt. "Das ist eine Geschichte mit so vielen Fragezeichen, damit muss sich der Ältestenrat beschäftigen." Der Wahrheitsgehalt der Berichte müsse geprüft werden.

Parlamentspressesprecher Hans Hotter hatte zuvor angekündigt, auch die Bundestagsverwaltung werde dem Wahrheitsgehalt der Darstellung nachgehen. "Es ist unglaublich, was in diesem Bericht behauptet wird", sagte Hotter. Im Reichstagsgebäude hielten sich täglich viele Menschen auf. "Es ist nicht feststellbar, ob sich darunter auch Verbraucher von Rauschgift befinden."



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