Wahl zur Kanzlerin Merkel fehlen 42 Stimmen aus der eigenen Koalition

Angela Merkel ist zum dritten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt worden. Sie erhielt 462 der insgesamt 631 Abgeordnetenstimmen - eine deutliche Mehrheit. Allerdings verweigerten auch Parlamentarier von Schwarz-Rot ihre Gefolgschaft.


Berlin - Die 59-jährige CDU-Chefin erhielt im Bundestag im ersten Wahlgang mit 462 Abgeordnetenstimmen die erforderliche absolute Mehrheit - bei zusammen 504 Abgeordneten der Großen Koalition von Union und SPD. Merkel nahm die Wahl an und bedankte sich für das Vertrauen.

Von den 631 Parlamentariern des neuen Bundestags gaben 621 ihre Stimme ab. Es gab 150 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen. Die gesamte Opposition von Linken und Grünen hat 127 Stimmen, wäre sie vollständig anwesend gewesen. Es muss damit auch mindestens 23 Gegenstimmen aus den eigenen Reihen gegeben haben.

Bei ihrer Wahl zur Kanzlerin der vorherigen Großen Koalition im November 2005 hatten Merkel mindestens 48 Stimmen aus den eigenen Reihen gefehlt - bei einem kleineren Parlament.

Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder hatte zuvor an die Abgeordneten von Union und SPD appelliert, geschlossen für Merkel zu stimmen. "Die große Koalition muss nach meiner Auffassung vom ersten Tag an zeigen, dass sie diszipliniert ist, dass sie auch geschlossen agiert", sagte Kauder am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Nach der Wahl lobte Kauder dann allerdings das Ergebnis: "Damit ist die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der großen Koalition geschaffen", sagte er.

Merkels Eid: "so wahr mir Gott helfe"

Nach 2005 und 2009 ist es Merkels dritte Wahl zur Kanzlerin. Im Anschluss an die Wahl hat die CDU-Chefin die Ernennungsurkunde von Bundespräsident Joachim Gauck erhalten. Das Staatsoberhaupt übergab ihr die Urkunde in einer kurzen Zeremonie im Schloss Bellevue.

Zurück im Bundestag wurde Merkel gegen 12 Uhr dann von Bundestagspräsident Norbert Lammert vereidigt. Sie sprach die Eidesformel mit dem Zusatz "so wahr mir Gott helfe".

Anschließend werden auch die Minister der neuen schwarz-roten Bundesregierung vereidigt. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel wird Vizekanzler und Minister für Wirtschaft und Energie. Am späten Nachmittag kommt das neue Bundeskabinett zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Am Mittwoch fliegt die Kanzlerin zur ersten Auslandsreise dieser Amtszeit nach Paris.

fab/AFP/dpa

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