Bundestagswahl 2013 Gysi will als Spitzenkandidat der Linken antreten

Die Führungsdebatte bei der Linken geht munter weiter. Zwar ist nach wie vor offen, wer die Partei künftig führen wird. Fraktionschef Gysi will aber zur Bundestagswahl wieder als Spitzenkandidat antreten - womöglich wieder im Team mit Oskar Lafontaine.

Linke-Fraktionschef Gregor Gysi: neuer Anlauf als Spitzenkandidat
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Linke-Fraktionschef Gregor Gysi: neuer Anlauf als Spitzenkandidat


Berlin - Linke-Fraktionschef Gregor Gysi will seine Partei in den Bundestagswahlkampf 2013 führen. "Ich bin bereit, zur nächsten Bundestagswahl wieder als ein Spitzenkandidat aufzutreten", sagte er 63-Jährige der "Super Illu". Bei der Bundestagswahl 2009 war Gysi zusammen mit Ex-Parteichef Oskar Lafontaine Spitzenkandidat der Linkspartei. Gysi rechnet damit, dass er auch in einem Jahr wieder mit Lafontaine ein Spitzenduo bilden wird: "Ich nehme an, Oskar ist dazu auch bereit."

In Parteikreisen wird mit einer Rückkehr Lafontaines in die Bundespolitik als Spitzenkandidat gerechnet. Der 68-Jährige hat diese Frage bislang offen gelassen. SPIEGEL ONLINE hatte bereits im Herbst darüber berichtet, dass der Saarländer 2013 wieder für den Bundestag kandidieren will. "Es ist ein offenes Geheimnis, dass Lafontaine zurück in den Bundestag will", sagte ein Vertrauter des Ex-Parteichefs damals. Lafontaine selbst will sich öffentlich derzeit aber noch nicht festlegen - und äußert indirekt Kritik an Gysi: "Ich äußere mich zu dieser Frage erst dann, wenn sie ansteht. Das ist jetzt noch nicht der Fall", sagte er der "Märkischen Allgemeinen" aus Potsdam.

Auch die stellvertretende Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht, eine der Führungsfiguren des fundamentalistischen Parteiflügels, gilt als mögliche Spitzenkandidatin. Gysi sagte nun zu einer Kandidatur der mit Lafontaine liierten Wagenknecht: "Früher hatten wir Schwierigkeiten miteinander. Jetzt sage ich ganz frei: Sahra ist für die Partei inzwischen ein Gewinn."

2010 hatte sich Lafontaine wegen einer Krebserkrankung von seinen Spitzenämtern zurückgezogen: Er gab die Posten als Linke-Parteivorsitzender und Bundestagsfraktionschef ab. Er legte auch sein Bundestagsmandat nieder und konzentrierte sich auf seinen Job als Fraktionschef im saarländischen Landtag.

Die Lage der Partei gilt derzeit als ausgesprochen schwierig: Die Linke hat 2011 eine Serie von Pleiten bei Landtagswahlen einstecken müssen und dabei unter anderem ihre Regierungsbeteiligung in Berlin verloren. Neben permanenten Flügelkämpfen muss sie sich mit schlechten Umfragewerten auseinandersetzen.

Neue Parteiführung gesucht

Völlig offen ist derzeit noch, wer künftig an der Spitze der Partei stehen wird. Planmäßig soll der neue Vorstand auf dem Göttinger Parteitag im Juni gewählt werden. Bisher haben lediglich die amtierende Linke-Chefin Gesine Lötzsch und Vize-Fraktionschef Dietmar Bartsch ihre Kandidaturen angemeldet. Zuletzt kursierten bei den Genossen auch Mutmaßungen, Lafontaine selbst wolle für eine Übergangszeit noch einmal den Spitzenposten übernehmen.

Lötzschs Chancen für eine erneute erfolgreiche Kandidatur werden in der Partei eher gering eingeschätzt. Zusammen mit ihrem Co-Chef Klaus Ernst wird sie für die Niederlagen bei den letzten Landtagswahlen und die schlechten Umfragewerte verantwortlich gemacht.

Bartsch wiederum genießt große Sympathien vor allem in den ostdeutschen Landesverbänden und hätte wohl vor allem im Fall einer Mitgliederbefragung große Chancen. Allerdings gilt sein Verhältnis zu Lafontaine als schwierig bis zerrüttet. Bartsch sah sich Anfang 2010 mit dem Vorwurf konfrontiert, als Bundesgeschäftsführer illoyal gegenüber dem damaligen Parteichef Lafontaine gewesen zu sein. Bartsch zog sich damals infolge des Streits von seinem Posten zurück.

Unklar ist derzeit auch noch, wie das künftige Spitzenpersonal gewählt wird. Mehrere Landesverbände wollen vor dem Göttinger Parteitag einen Mitgliederentscheid durchsetzen. Ein Gutachten, das die Linke beim Parteienrechtler Martin Morlok in Auftrag gegeben hat, ergab, dass eine Urwahl oder ein Mitgliederentscheid nicht möglich seien.

ler/hen/AFP/dpa

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Berlinjoey 10.01.2012
1. Ojeh
Zitat von sysopDie Führungsdebatte bei der Linken geht munter weiter. Zwar ist nach wie vor offen, wer die Partei künftig führen wird. Fraktionschef Gysi will aber zur Bundestagswahl wieder als Spitzenkandidat antreten - womöglich wieder im Team mit*Oskar Lafontaine. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,808313,00.html
Ojeh, schon wieder müssen die beiden alten Zwerge ran aus Mangel an konsensfähigen ostwestmannfraufundirealo geeigneten Alternativen. Ich hätte mir Ernst und Gesinchen gewünscht, die beiden verdienten Oskar-Handpuppen. Schade, das wäre sicher lustig geworden.
somasemapsyches 10.01.2012
2. Lustig iist der Linken Leben, Faria...
Zitat von sysopDie Führungsdebatte bei der Linken geht munter weiter. Zwar ist nach wie vor offen, wer die Partei künftig führen wird. Fraktionschef Gysi will aber zur Bundestagswahl wieder als Spitzenkandidat antreten - womöglich wieder im Team mit*Oskar Lafontaine. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,808313,00.html
So lässt sichs leben. Bei Wein,Weib und Gesang schwafeln, bis der Sekt schal wird. Keine Verantwortung haben, alles besser wissen...und dicke Gehälter einstreichen. Kein Wunder, dass sich Lafo, Gysi , Ernst und die ganze Nomeklatura der alten SED da wohlfühlt. Schlemmen auf Kosten der Bevölkerung. Alles wie gehabt. Wenn man dann in die Regierungsverantwortung kommen sollte, haut man dann halt ab..Gründe lassen sich immer finden. Sind die nun so clever, oder sind die Wähler zu doof?
alterknacker 11.01.2012
3. Es gibt Pläydoyers, die sind unumgänglich
Zitat von BerlinjoeyOjeh, schon wieder müssen die beiden alten Zwerge ran aus Mangel an konsensfähigen ostwestmannfraufundirealo geeigneten Alternativen. Ich hätte mir Ernst und Gesinchen gewünscht, die beiden verdienten Oskar-Handpuppen. Schade, das wäre sicher lustig geworden.
Diese beiden 'alten Zwerge' haben mir zwischen ihren Ohren als nur einen Haltepunkt für Hüte, damit es nicht ihnen ins Gehirn regnet, dass nur mal ganz klar gesagt. Wenn schon Konservative wie Frank Schirrmacher von der FAZ der Linken recht gibt, dann sollte man doch auf die Ur-Substanz der linken Kultur setzen (Personenkarussell – und wo bleiben die Inhalte? | Freies in Wort und Schrift (http://freies-in-wort-und-schrift.info/2012/01/10/personenkarussell-und-wo-bleiben-die-inhalte/)), auch wenn es weh tut in der Otto-Normalo-Ideologie.
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