Bundestagswahl 2017 Merkel lehnt zweites TV-Duell ab

Die Kanzlerin bleibt beim Nein: Vor der Bundestagswahl in zehn Tagen wird es kein weiteres Fernsehduell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz geben. "Zu dem Thema ist alles gesagt", teilt die CDU mit.

Merkel und Schulz beim TV-Duell
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Merkel und Schulz beim TV-Duell


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Kanzlerin Angela Merkel hat ein weiteres TV-Duell mit ihrem Herausforderer Martin Schulz abgelehnt. "Zu diesem Thema ist alles gesagt", teilte die CDU-Zentrale mit. Merkel habe gerne an einem Fernsehduell teilgenommen, heißt es weiter. "Dieses Format hat sich bewährt. Und dabei belässt sie es."

Der SPD-Kanzlerkandidat hatte die Kanzlerin in einem Brief zu einem zweiten Duell vor laufenden Kameras aufgefordert. In dem Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt, heißt es, dass die Bürgerinnen und Bürger "eine umfassende Debatte um die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes verdienen". Für ein weiteres Duell sei Schulz deshalb "jederzeit bereit".

Brief von Martin Schulz an die Kanzlerin:

Das bislang einzige TV-Duell der beiden Politiker hatte am 3. September stattgefunden. Anschließend gab es Kritik, dass viele relevante Themen nicht angesprochen worden seien. Das hatte auch Merkel bedauert, deshalb wendet sich Schulz in dem Brief auch direkt an die Kanzlerin. "Ich stimme mit Ihnen absolut überein, dass wichtige Kernfragen unseres Landes nicht zur Sprache kamen", heißt es. Als Beispiele nennt Schulz Digitalisierung, Zukunft der Arbeit, Rente und Bildung.

Bereits im Vorfeld der Sendung war Merkel wegen einiger Forderungen zum Ablauf des Duells in die Kritik geraten. So hatte sie auf die Beibehaltung des Formats gepocht und mehr Freiheiten für die Moderatoren und Publikum im Studio abgelehnt. "Es gibt eine seit 2009 und 2013 bewährte Form der Sendung, die auch dieses Mal wieder angewendet wird", sagte Merkel dem SPIEGEL.



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brk



insgesamt 111 Beiträge
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Seite 1
inge-p.1 13.09.2017
1. Leider hat Schulz es verpasst, ...
... in der "ersten Runde" klare Kante zu zeigen. Lieber nickte er, wie ein Wackeldackel, das Gesagte seines Gegenübers nur ab. Damit bleibt und RRG erspart und wir können uns es, "in dem Land, wo wir gerne leben", weiter in schläfriger Eintracht, bequem machen.
schamot 13.09.2017
2. Zu Themen, die SIE vorgegeben hat
mit Fragen, die SIE vorgegeben hat. Also hat SIE zu echten Problemen nichts zu sagen, ist SIE doch selbst Teil des Problems.
demokrat2 13.09.2017
3. Merkel hat Angst ...
.... sie merkt, dass Schulz ihr überlegen ist. Sie stellt sich nicht mehr dem offenen Schlagabtausch, Was fürchtet sie? Das offenbar wird, dass sie nicht immer die Wahrheit sagt? Dass sie Erfolge für sich vereinnahmt, die erst durch das beharrliche Bestehen der SPD realisiert worden sind? Dass ihr künstliches "Muttigehabe" nur Gehabe ist, und die berechnete Merkel zum Vorschein kommt? Die Wähler sollten sich mit ihrer Biografie beschäftigen, dann wüssten sie, wie "eiskalt" Merkel agiert.
Moloch2604 13.09.2017
4. Warum sollte sie ?
Die SPD hat keinerlei Chance den Kanzler zu stellen. sie wird bei 20% landen. Ein Kanzlerin kann doch nicht mit jeder Kleinstpartei und deren Kandidaten diskutieren. Schulz hat Monate lang Zeit gehabt Punkte zu machen. Aber jedesmal wenne r sich zu irgendeinem Thema äußert, kommt nur heisse Luft und seine Partei verliert Punkte. Argumente hat er keine, umsetzbare Konzepte auch nicht, Schulz präsentiert sich hilflos und zickig - so jemand nimmt man nicht ernst. Zwar mag ich Merkel überhaupt nicht, aber im Gegensatz zu Schulz kann sie politische Leistung nachweisen. Schulz ? Braucht keiner mehr - kann weg.
flux71 13.09.2017
5.
Obwohl ich ja dafür wäre, dass sie sich noch einmal stellt und sich zu Themen äußert, die beim ersten Mal zu kurz gekommen sind, kann ich auch ihre (vermutete) Sichtweise verstehen: "Wieso soll ich mich einem Widersacher stellen, nur weil der mich nicht zu fassen bekommt? Das ist doch dessen Problem, nicht meins." Tja, so bleibt es dann wohl bei dem einen Duell. Schade, aber nachvollziehbar.
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