Bundestagswahlen Anti-AfD-Demos in mehreren Städten

In Berlin, in Köln, in Hamburg: Mehr als tausend Menschen sind deutschlandweit gegen die AfD auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt wurden vereinzelt Demonstranten festgenommen.

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Die AfD feiert ihren Erfolg bei den Bundestagswahlen. Gleichzeitig wird in mehreren deutschen Städten Protest gegen die rechte Partei laut.

Am Berliner Alexanderplatz haben sich rund 700 Menschen versammelt und gegen die AfD protestiert - vor dem Traffic Club Berlin, in dem die rechtspopulistische Partei ihre Wahlparty veranstaltete. Die Polizei war mit Dutzenden Einsatzkräften vor Ort und sperrte den Bereich um den Klubeingang ab.

Es habe vereinzelt Festnahmen wegen "kleinerer Vorfälle" gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Es seien Flaschen und Steine aus der Menge auf die Beamten geworfen worden. Insgesamt sei der Protest aber überwiegend friedlich. Die Demonstranten skandierten unter anderem "Ganz Berlin hasst die AfD", "Nationalismus raus aus den Köpfen" oder "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda". Polizeiketten hinderten die Demonstranten daran, sich dem Gebäude zu nähern. Unter den Demonstranten waren auch Vertreter linksradikaler Gruppen wie der Antifa.

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Bundestagswahlen: Hunderte Menschen demonstrieren gegen die AfD

Zunächst verfolgten die AfD-Anhänger den Protest von einem zur Lounge ausgebauten Balkon und fotografierten die Demonstranten. Später räumte ein privater Wachdienst den Balkon aus Sicherheitsgründen. Das Pfeifkonzert war auch im Inneren des Gebäudes zu hören, in dem die AfD ihren Einzug in den Bundestag feierte.

Auch in weiteren deutschen Städten gab es spontane Kundgebungen aus Protest gegen den Einzug der AfD in den Bundestag. In Köln zogen etwa 400 Menschen durch die Innenstadt. In Hamburg machte sich am Abend ein Demonstrationszug auf den Weg in Richtung Rathaus und zur örtlichen AfD-Parteizentrale, wie Aktivisten auf Twitter schrieben. Weitere Kundgebungen gegen die AfD wurden unter anderem aus Frankfurt am Main, München und Düsseldorf gemeldet.

Die AfD wurde Hochrechnungen zufolge bei den Bundestagswahlen drittstärkste Kraft hinter Union und SPD.

anr/Reuters/dpa/AFP



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