Erststimmen bei der Bundestagswahl: So haben Deutschlands Spitzenpolitiker abgeschnitten
Wie krass die Unterschiede bei dieser Bundestagswahl sind, zeigt das Ergebnis der Erststimmen: CSU-Minister Peter Ramsauer ist Stimmkönig, vor allem die FDP-Granden wurden dagegen vom Wähler abgewatscht. Hier sind alle Ergebnisse der Spitzenpolitiker im Überblick.
Berlin - Besser hätte es für Peter Ramsauer kaum laufen können: In Traunstein, seinem bayerischen Wahlkreis, bekam der CSU-Politiker 62,6 Prozent der Erststimmen. Damit hat er von allen Spitzenpolitikern das beste Erststimmenergebnis der Bundestagswahl eingefahren. Mehr noch: Seit 1990 ist Ramsauer durchgängig als Direktkandidat bestätigt worden - das können nur die wenigsten Politiker von sich behaupten.
Selbst einige der prominentesten Unionsmitglieder scheiterten diesmal bei der Mission Direktmandat: Ursula von der Leyen reichten 33,9 Prozent im Wahlkreis Stadt Hannover II nicht aus. Und Norbert Lammert schaffte es auch im dritten Anlauf nicht, in Bochum I am meisten Erststimmen zu bekommen.
Bei den SPD-Granden konnten unter anderem Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier ihren Wahlkreis gewinnen: Gabriel holte in Salzgitter-Wolfenbüttel 46,6 Prozent der Erststimmen (2009: 44,9 Prozent). Für Steinmeier stimmten in Brandenburg an der Havel 33,1 Prozent der Wähler (2209: 32,9 Prozent) - er holte das einzige Direktmandat für die SPD in Brandenburg. Peer Steinbrück hingegen scheiterte nicht nur in Sachen Kanzlerschaft - auch in seinem Wahlkreis Mettmann I unterlag er erneut seiner CDU-Konkurrentin. Die Bundestagsabgeordnete Michaela Noll holte 49,5 Prozent der Erststimmen, Steinbrück kam nur auf 34,6 Prozent.
Desaströs schnitten die FDP-Politiker ab - nicht nur bei den Zweitstimmen. Auch in ihren Wahlkreisen konnten die Spitzenliberalen nicht überzeugen: Guido Westerwelle bekam in Bonn nur sechs Prozent der Stimmen, vor vier Jahren waren es noch 19,1 gewesen. Philipp Rösler trat in diesem Jahr zum ersten Mal als Direktkandidat an. Das fanden in seinem Wahlkreis Hannover-Land I nur 2,6 Prozent der Wähler überzeugend. Noch schlechter sah das Ergebnis für Patrick Döring aus: Er holte im Wahlkreis Stadt Hannover II gerade mal 1,5 Prozent der Erststimmen.
Die Grünen hatten große Hoffnung, in diesem Jahr endlich das zweite bundesweite Direktmandat zu holen - bisher hatte das nur Hans-Christian Ströbele im Berliner Szenebezirk Berlin-Friedrichshain (39,9 Prozent) geschafft. Doch Renate Künast unterlag in Berlin-Schöneberg mit 20,3 Prozent, Cem Özdemir in Stuttgart I mit 27,5 Prozent.
Für die Linkspartei ziehen unter anderem Gregor Gysi (42,2 Prozent in Berlin-Treptow) sowie Gesine Lötzsch (40,3 Prozent in Berlin-Lichtenberg) direkt in den Bundestag ein.
Wer konnte in seinem Wahlkreis zulegen? Wer war hoffnungslos unterlegen? Hier sehen Sie die Ergebnisse der Spitzenpolitiker im grafischen Überblick:
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