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Wähler nach Kategorien: So stimmten die Deutschen ab

Von , und (Grafik)

Es waren Frauen, Selbständige und Senioren, die Merkels Union bei der Bundestagswahl stark gemacht haben - das ergibt eine Analyse der Wähler nach Kategorien. Die Alternative für Deutschland profitiert besonders von den Kurzentschlossenen. Sehen Sie alle Details im Überblick.

Berlin - Der Sieg für die Union ist unerwartet deutlich: Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommen CDU und CSU auf 41,5 Prozent der Stimmen. Der bisherige Koalitionspartner muss sich demnach aus dem Parlament verabschieden - die FDP kommt nur auf 4,8 Prozent. Dabei nahm die Union den Liberalen mehr als zwei Millionen Stimmen ab, wie die Daten zur Wählerwanderung zeigen.

Waren es vor allem Frauen oder Männer, denen Merkel ihren Sieg zu verdanken hat? Wie alt sind die meisten Unionswähler und welchen Bildungsstand haben sie? Und: Wann haben sich die Wähler für eine Partei entschieden?

Die Meinungsforscher von Infratest dimap haben im Auftrag der ARD Zehntausende Wähler nach ihren soziokulturellen Hintergründen befragt. Die Ergebnisse im Überblick:

Alter

Die Union war in allen Altersgruppen eindeutig stärkste Partei - und konnte zudem im Vergleich zu 2009 in jeder Gruppe zulegen. Am stärksten war das Plus bei den 35- bis 44-Jährigen, den insgesamt höchsten Stimmenanteil verzeichneten CDU und CSU bei den über 60-Jährigen (50 Prozent).

Die Sozialdemokraten (25,7 Prozent) legten ebenfalls in allen Altersgruppen zu, wenn auch nicht ganz so stark wie die Union. 24 Prozent der SPD-Anhänger waren 18 bis 24 Jahre alt, das sind sechs Prozentpunkte mehr als noch 2009. Die Grünen mussten Verluste in allen Altersgruppen hinnehmen, ihre Wähler sind im Vergleich deutlich jünger als bei Union oder SPD.

Geschlecht

Frauen wählten vor allem die Union (44 Prozent), dann folgte die SPD (25 Prozent). Ähnlich sah es bei den Männern aus: 39 Prozent Union, 26 Prozent SPD.

Beruf

Die SPD konnte ihre klassische Klientel, Arbeiter, Angestellte und Gewerkschaftsmitglieder, nicht mobilisieren - gerade einmal 27 Prozent der sozialdemokratischen Wähler waren Arbeiter (Union: 36 Prozent) und 26 Prozent Angestellte (Union: 40 Prozent).

Die FDP verlor vor allem bei den Selbständigen: Nur zehn Prozent von ihnen wählten die Liberalen. Es ist zugleich die Gruppe, in der die Union am kräftigsten zulegte: auf 49 Prozent.

Zeitpunkt der Wahlentscheidung

Für 33 Prozent der Wähler stand nach Erhebung von Infratest dimap die Wahlentscheidung schon seit längerer Zeit fest. 15 Prozent entschieden sich erst am Wahltag, 17 Prozent in den Tagen unmittelbar zuvor. Die meisten Last-Minute-Wähler hatte die AfD, 46 Prozent von ihnen legten sich erst kurz vor der Abstimmung auf die Partei fest.

Erstwähler

Laut Infratest dimap machten die meisten Erstwähler ihr Kreuz bei der Union (30 Prozent), bei der SPD (24 Prozent) und bei den Grünen (12 Prozent).

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insgesamt 106 Beiträge
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1. optional
sarkaraq 23.09.2013
"gerade einmal 27 Prozent der sozialdemokratischen Wähler waren Arbeiter (Union: 36 Prozent) und 26 Prozent Angestellte (Union: 40 Prozent)." Ist die Aussage so wirklich korrekt? Meines Erachtens liegt die Vermutung näher, dass 27% der Arbeiter die SPD wählten, 36% die Union.
2. Diese Analyse ist etwas blind oder einseitig
pfeiffffer 23.09.2013
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEEs waren Frauen, Selbstständige und Senioren, die Merkels Union bei der Bundestagswahl stark gemacht haben - das ergibt eine Analyse der Wähler nach Kategorien. Die Alternative für Deutschland profitiert besonders von den Kurzentschlossenen. Sehen Sie alle Details im Überblick. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-ergebnis-nach-alter-geschlecht-beruf-sortiert-a-923376.html
Schauen wir uns doch mal folgende Zahlen an: F.D.P. 4,8% AfD 4,8% Sonstige 6,2% Das sind 15,8% der gültigen abgegebenen Stimmen, die *NICHT* für die Union sind, aber nicht zählen bei der Sitzverteilung im Bundestag. Zum Vergleich: BTW 2009 6% (Piraten, NPD, Sonstige) BTW 2005 3,3% (NPD, Sonstige) oder BTW 1976 0,9% (Sonstige) 15,8% Stimmen, die nicht bei der Sitzverteilung zählen, ist der höchste Wert bei einer Bundestagswahl. Hätten diese Wähler alle z.B. die Grünen gewählt, hätten die ein Ergebnis knapp hinter der SPD und Merkels knapp verfehlte absolute Mehrheit wäre nicht möglich gewesen.
3. 217 Prozent?
spon-facebook-510110189 23.09.2013
Muss ich diese Grafik verstehen oder ist sie einfach nur falsch (die Zahlen der "Wahlanalyse wer wählte wen?" addieren sich zu 217 Prozent)? Daten von Infratest dimap mit toller Software hin oder her: gibt es bei SPIEGEL ONLINE keine Qualitätskontrolle bei solch wichtigen Themen wie einer "Analyse" einer historischen Wahl? Und war da nicht neulich schonmal was? Vielleicht bin ich aber auch nur zu jetlagged...
4. warum
tomymind 23.09.2013
Soll ein Arbeitnehmer die SPD wählen? Als Dank für die Schröder Agenda 2010? Wahrscheinlich waren diese heute ihren 2. oder 3. Job erledigen, damit sie nicht aufstocken müssen.
5. Schade,
zeitmax 23.09.2013
das AfD-Ergebnis wäre sehr viel überzeugender ausgefallen, hätten mehr Wähler durch diesen Vortrag von Prof. Dr Henkel um den tatsächlichen Ist-Zustand Deutschlands gewußt: AFD Hamburg: Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel / Prof. Dr. Jörn Kruse am 12.9.2013 - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=qYjCNMJpj_Y) (ab Minute 24) Klar, sachlich, unaufgeregt beschreibt er das UNUMGÄNGLICHE Scheitern der Euro-Währungsunion (die zur Schuldenunion geworden ist). Und da bin ich um den Schlaf gebracht, rechne ich Merkels Aussitzer-und Umfallermethoden auf die nahe Zukunft hoch.
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