Bundestagswahl: Alternative für Deutschland hofft auf zweistelliges Ergebnis

AfD-Vorstand: Die Arbeit von Generationen nicht einfach wegwerfenZur Großansicht
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AfD-Vorstand: Die Arbeit von Generationen nicht einfach wegwerfen

Euro-Gegner mit Oberwasser: Die vielen Zuschriften hält der Sprecher der Alternative für Deutschland für ein sicheres Indiz dafür, dass die Euro-Gegner-Partei sogar mit einem zweistelligen Ergebnis in den Bundestag einziehen wird. Die Umfragen ergeben ein anderes Bild.

Berlin - Der Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, sieht gute Chancen für seine Partei, in den Bundestag einzuziehen. "Angesichts der enormen Welle an Zustimmung, die wir zurzeit kriegen, halte ich es für möglich, dass wir bis in den zweistelligen Bereich kommen können", sagte Lucke dem "Tagesspiegel". Das jüngste ZDF-"Politbarometer" sieht die AfD allerdings nur bei drei Prozent und damit deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Zu möglichen Koalitionspartnern sagte Lucke, die AfD werde mit keiner Partei ein Bündnis eingehen, die die bisherige Euro-Rettungspolitik fortsetze. "Aber es wäre ja nicht das erste Mal, dass CDU und FDP ihre Haltung innerhalb von Tagen um 180 Grad drehen." Sollte die AfD den anderen Parteien viele Wählerstimmen abjagen, würden die Altparteien sich schon aus strategischen Überlegungen den Positionen der AfD annähern.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier glaubt dagegen nicht an einen Einzug der Partei in den deutschen Bundestag. "Ich nehme das ernst, aber ich glaube nicht an den Erfolg der AfD", sagte Steinmeier in einem am Samstag veröffentlichten Reuters-Interview. "Die Menschen wissen, dass wir nicht einfach wegwerfen dürfen, wofür Generationen vor uns unter ungleich schwereren Bedingungen und mit großen Hoffnungen gearbeitet haben."

Deutsche Wirtschaft profitiert von Europa

Es sei völlig klar, dass die deutsche Volkswirtschaft, die ihren Erfolg in hohem Maße dem Export verdanke, auf Europa angewiesen bleibe, betonte Steinmeier. Deshalb würden die Wähler nicht in Massen mit ihrer Stimme spielen. "Zwei oder drei Prozent mögen es werden für die AfD, ärgerlich genug. Aber im Bundestag sehe ich sie nicht", sagte der SPD-Politiker.

Auch der als Kritiker der derzeitigen Euro-Politik geltende Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, distanziert sich von der AfD. "Bernd Lucke und viele seiner Mitstreiter sind anerkannte Ökonomen, die wissen, wovon sie reden. Trotzdem gehöre ich der Partei nicht an und gebe dem Euro noch mehr Chancen, als die Kollegen es tun", sagte Sinn der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": Er glaube, dass es sich lohne, den Euro als solchen zu verteidigen. Es sei aber ein großer Fehler, die schwachen Länder Südeuropas auf Biegen und Brechen in der Eurozone zu halten. Damit helfe man diesen Ländern nicht, und man verringere so die Überlebenswahrscheinlichkeit des Euro.

Konkret schlug Sinn vor, allen voran sollten Zypern und Griechenland aus dem Euro austreten: "Ich bin für temporäre Austritte der schwachen Länder." Durch eine anschließende Abwertung würden diese Länder wieder wettbewerbsfähig und könnten später zu einem neuen Wechselkurs, also zu kleineren Preisen und Löhnen, wieder in den Euro zurück.

dpa/Reuters

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insgesamt 109 Beiträge
profprom 27.04.2013
"Es sei völlig klar, dass die deutsche Volkswirtschaft, die ihren Erfolg in hohem Maße dem Export verdanke, auf Europa angewiesen bleibe" - was nützt der Export, wenn der Export vom deutschen Steuerzahler bezahlt werden [...]
"Es sei völlig klar, dass die deutsche Volkswirtschaft, die ihren Erfolg in hohem Maße dem Export verdanke, auf Europa angewiesen bleibe" - was nützt der Export, wenn der Export vom deutschen Steuerzahler bezahlt werden muss. Kennt der Verfasser die Garantien des deutschen Staates in Höhe von 700 Milliarden für schwache EU-Staaten und die Garantien der Bundesregierung in Höhe von 250 Milliarden?
g32 27.04.2013
Fakt ist: Ohne den EURO hätte es die Gärprozesse, die wir in Europa heute überall beobachten, niemals gegeben. Jetzt, wo es begonnen hat zu gären, laut nach dem Stopp zu rufen und die Veränderungen im Süden Europas zu unterbinden, [...]
Fakt ist: Ohne den EURO hätte es die Gärprozesse, die wir in Europa heute überall beobachten, niemals gegeben. Jetzt, wo es begonnen hat zu gären, laut nach dem Stopp zu rufen und die Veränderungen im Süden Europas zu unterbinden, ist exakt die dümmste aller Alternativen. Europa ohne EURO: Das macht überhaupt keinen Sinn. Die Abwertungschronologie der Südländer zeigt doch, dass Abwertung der eigenen Währung das Wirtschaftsmodell schlechthin war: Hohe Zinsen locken den Kauf der Anleihe zu 100, die Rücknahme erfolgte zu 63. Geldvernichtung und Geldverschwendung: Es gab bis jetzt genug Beispiele für die Mentalität der Südländer und ihren Hang zur Selbstbereicherung. Warum nur wird das, was man überall nachlesen kann, selbst im Video ansehen kann, was ständig präsent in den Medien berichtet wird, WARUM wird das nicht gelernt? Warum denken promovierte VWLer, dass Europa ohne den EURO besser laufen würde? Der Norden müsste aufwerten, der Süden samt FR abwerten. Die freie Wahl der Arbeits- und Wohnorte in Europa müsste dann abgeschafft werden: Im Norden arbeiten, im Süden ausgeben, das wäre das Ergebnis. Die Vetternwirtschaft des Südens würde auf immer weiter gehen. Wenn der Sizilianer, in Brüssel im Parlament neben dem deutschen Abgeordneten sitzend, für die Subventionen seiner Häfen stimmt, hat der dumme Deutsche dann eine Alternative? Eine Alternative für Europa? Ich hatte nie gedacht, dass ich einmal verstandbefreite Professoren kennen lernen werde. Ich kann doch niemanden wählen, der dümmer ist als ich.
CompressorBoy 27.04.2013
Dieser "Erfolg" auf Pump ist ja gerade die Ursache der innereuropäischen Schieflage und wird Deutschland noch mal schwer auf die Füße fallen. Das begreift der bräsige Steinmeier aber nicht. Und dass es für die AfD [...]
Zitat von sysopEs sei völlig klar, dass die deutsche Volkswirtschaft, die ihren Erfolg in hohem Maße dem Export verdanke, auf Europa angewiesen bleibe, betonte Steinmeier. Deshalb würden die Wähler nicht in Massen mit ihrer Stimme spielen. "Zwei oder drei Prozent mögen es werden für die AfD, ärgerlich genug. Aber im Bundestag sehe ich sie nicht", sagte der SPD-Politiker.
Dieser "Erfolg" auf Pump ist ja gerade die Ursache der innereuropäischen Schieflage und wird Deutschland noch mal schwer auf die Füße fallen. Das begreift der bräsige Steinmeier aber nicht. Und dass es für die AfD nur "zwei oder drei Prozent" werden ist lediglich wishful thinking...
...und das ist auch gut so. Zu den Blockparteien aus CDUCSUSPDFDPGRÜNEN die ungelesen und undebattiert jeden Euroirrsinn durchwinken sind sie die einzige Alternative. Die Menschen spüren, dass die angeblich alwrnativlose [...]
...und das ist auch gut so. Zu den Blockparteien aus CDUCSUSPDFDPGRÜNEN die ungelesen und undebattiert jeden Euroirrsinn durchwinken sind sie die einzige Alternative. Die Menschen spüren, dass die angeblich alwrnativlose Euro-Retterei auf massiven Rechtsbrüchen und Lügen basiert. Die Wähler merken, dass die Euro-Transfer-und-Schulden-Union zum Schaden Deutschlands ist und auf Kosten zukünftiger Generationen dieses Landes geht. Jeder aufmerksame Zeitgenosse merkt, dass die Blockparteien und das mit ihnen aufs engste verbundene Medienestablishment mit allen Mitteln versuchen, die AfD zu zerstören. Die wähler wissen: der Euro ist gescheitert, er gefährdet ganz Europa und er muss weg und es gibt nur eine Partei, die diese offensichtliche Wahrheit ausspricht. 5% mit Sicherheit, 10% wären sensationell aber nicht unrealistisch und was jetzt in manipulierten Umfragen steht? Wen interessiert's?
Wasserfloh 27.04.2013
Das Zitat stammt nicht vom Verfasser des Artikels, sondern von Steinmeier ("Es sei ..."). Aber trotzdem: Jeder, der sich mit dem Thema ernsthaft befasst, kennt die Garantien und deren Höhe. Dass man dazu [...]
Zitat von profprom"Es sei völlig klar, dass die deutsche Volkswirtschaft, die ihren Erfolg in hohem Maße dem Export verdanke, auf Europa angewiesen bleibe" - was nützt der Export, wenn der Export vom deutschen Steuerzahler bezahlt werden muss. Kennt der Verfasser die Garantien des deutschen Staates in Höhe von 700 Milliarden für schwache EU-Staaten und die Garantien der Bundesregierung in Höhe von 250 Milliarden?
Das Zitat stammt nicht vom Verfasser des Artikels, sondern von Steinmeier ("Es sei ..."). Aber trotzdem: Jeder, der sich mit dem Thema ernsthaft befasst, kennt die Garantien und deren Höhe. Dass man dazu unterschiedlicher Meinung sein kann, ist auch nichts Neues. Aber ich bin - mit vielen anderen und der Mehrzahl der Deutschen - der Meinung, dass ein Austritt Deutschlands aus dem Euro fatal wäre und uns mehr schaden als nützen würde. Zumal sich mit diesem Schritt die Garantien ja nicht plötzlich in Luft auflösen.
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  • Samstag, 27.04.2013 – 14:55 Uhr
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