Bundestagswahl 2013: Seehofer gibt CDU Wahlkampf-Tipps

Horst Seehofer gibt ein ehrgeiziges Ziel für die Bundestagswahl vor - und setzt die CDU damit unter Druck: Die Union könne 40 Prozent der Stimmen erringen, sagt der CSU-Chef. Deutliche Kritik übt er an den Landesverbänden der Schwesterpartei, auch die Bundesregierung könne vieles besser machen.

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dapd

Horst Seehofer: "CDU heißt siegen"

München - Das Ziel ist ambitioniert, doch die Vorgabe ist auch vergiftet: Nach Ansicht von CSU-Chef Horst Seehofer kann die Union bei der Bundestagswahl 40 Prozent der Wählerstimmen erringen. CSU und CDU könnten das stemmen, sagte der bayerische Ministerpräsident der "Süddeutschen Zeitung". In der Sonntagsfrage lägen die beiden Schwesterparteien zusammen bei 38 bis 39 Prozent. Bei der Wahl 2009 hatten beide Parteien zusammen knapp 34 Prozent erzielt.

Einige CDU-Landesverbände sieht Seehofer zwar in schlechtem Zustand. Doch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mache mit ihrem großen Ansehen in der Bevölkerung "vieles wett, was in den CDU-Landesverbänden verlorengegangen ist". Sie genieße höchstes Vertrauen in der Bevölkerung. Von der Partei müsse schnell das Signal ausgehen: "CDU heißt siegen."

Die Ansage klingt optimistisch - sie dürfte aber in der Schwesterpartei CDU für wenig Freude sorgen. Schließlich setzt Seehofer die Christdemokraten mit der 40-Prozent-Vorgabe gehörig unter Druck. Und Wahlkampf-Tipps von außen nimmt niemand gerne entgegen. Zumal wenn sie mit kaum versteckter Kritik gewürzt sind.

Koalitionsausschuss im November

So forderte Seehofer die Bundesregierung gleich in mehreren Punkten zu raschem Handeln auf - das gelte für die Energiewende, das Betreuungsgeld, das Thema Altersarmut und die Vereinbarung des Bundes mit den Ländern für eine zusätzliche Finanzausstattung. "Die Leute haben zu Recht die Auffassung: Ihr seid an der Regierung, und ihr habt die Dinge zu gestalten", sagte Seehofer. Im November werde es daher eine Sitzung des Koalitionsausschusses geben. Er sei auch zu einer Paketlösung über alle strittigen Fragen bereit, sagte Seehofer.

Am Mittwoch hatte es bei Union und FDP geheißen, dass zwischen dem 28. Oktober und 6. November der nächste Koalitionsausschuss stattfinden könnte. Als wahrscheinliches Datum wurde der 4. November genannt. Dabei soll über das Betreuungsgeld, die Praxisgebühr, die Rente und die Förderung erneuerbarer Energien gesprochen werden. Gespräche laufen auf verschiedenen Ebenen bereits.

Im Streit um den Termin für die Bundestagswahl zeigte sich der bayerische Ministerpräsident kompromissbereit. Wenn andere Länder eine Frage von "nationalem Rang" daraus machten, werde er der Kanzlerin "in absehbarer Zeit halt einen Vorschlag machen, wie die Bayern auch zur Lösung dieses Problems beitragen können". Bisher will die CSU, dass die Wahl im Bund zwei Wochen nach der für den 15. September geplanten bayerischen Landtagswahl stattfindet, also am 29. September. Die SPD hatte dagegen Protest eingelegt, weil an diesem Wochenende in drei SPD-geführten Ländern die Herbstferien beginnen.

ler/dpa/Reuters/dapd

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1. Lustig.....
fatherted98 18.10.2012
...Seehofer sollte sich lieber mal um die CSU kümmern. Scheinbar ist der Kamp um seine Nachfolge zur Bayernwahl voll entbrannt....Aigner ist wieder im Lande, Söder und Hadertauer machen auf Familie/Kinder weil Aigner keine hat...Seehofer gibt sich staatstragend...dabei vergessen die Selbstverliebten Amigos, dass die Wahl noch lange nicht gewonnen ist...selbst in Bayern hat man die Schnauze von dem jahrzehnte langen Klüngel nun endlich voll...egal ob die Alternative sinnvoll ist oder nicht.
2. ...
deus-Lo-vult 18.10.2012
Zitat von sysopHorst Seehofer gibt ein ehrgeiziges Ziel für die Bundestagswahl vor - und setzt die CDU damit unter Druck: Die Union könne 40 Prozent der Stimmen erringen, sagt der CSU-Chef. Deutliche Kritik übt er an den Landesverbänden der Schwesterpartei, auch die Bundesregierung könne vieles besser machen. Bundestagswahl: Seehofer hält 40 Prozent für CDU und CSU für möglich - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-seehofer-haelt-40-prozent-fuer-cdu-und-csu-fuer-moeglich-a-861916.html)
Die CDU braucht GANZ SICHER keine Wahlkampftipps von Seehofer! Der soll sich lieber mal um seine CSU kümmern, damit die bei der nächsten Wahl über die 40% kommt! Wenn ein Herr Uhde sich entschließt, in die Landespolitik zu gehen, dann war es das sowieso mit Seehofer! Wie heißt es so schön: Ein jeder kehr vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür!
3. Wahl in Bayern
senso-neu 18.10.2012
Nach der letzten Umfrage konnte die CSU in Bayern wieder zulegen und es würde dicke reichen für eine Alleinregierung. Wieviel von den 48 Prozent der Befragten die polemische und arrogante Art der CSU wohl zusagt? Und kommt mir jetzt nicht mit irgendwelchen Argumenten. Diese Überheblichkeit kommt im Rest der Republik überhaupt nicht gut an.
4. Das nenne ich Chuzpe!!!!
HäretikerX 18.10.2012
Zitat von sysopHorst Seehofer gibt ein ehrgeiziges Ziel für die Bundestagswahl vor - und setzt die CDU damit unter Druck: Die Union könne 40 Prozent der Stimmen erringen, sagt der CSU-Chef. Deutliche Kritik übt er an den Landesverbänden der Schwesterpartei, auch die Bundesregierung könne vieles besser machen. Bundestagswahl: Seehofer hält 40 Prozent für CDU und CSU für möglich - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-seehofer-haelt-40-prozent-fuer-cdu-und-csu-fuer-moeglich-a-861916.html)
.."dummdreist" war bisher...! Wenn bayrische Wähler dies brauchen um ihren Nationalstolz zu befriedigen.. kann sich Hr. Scharnagl freuen.. das Ziel kommt näher! ;-))
5. Da hat er wohl recht...
hauptsache_dagegen 18.10.2012
"CDU heißt siegen." - ganz recht, Herr Seehofer! CDU heißt tatsächlich nicht beispielsweise Vernunft, Qualität, Verlass oder Engagement - sondern aus Mangel an Alternativen tatsächlich lediglich "siegen".
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  • Donnerstag, 18.10.2012 – 07:16 Uhr
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Wahlrecht
Überhangmandate und negatives Stimmgewicht
Direktwahl mit der Erststimme, Verhältniswahl mit der Zweitstimme und eine Verteilung der Bundestagssitze in einem möglichst gerechten Proporz der Bundesländer - die Anforderungen an das deutsche Wahlsystem sind vielfältig. Das 2011 reformierte Wahlrecht ist nicht nur kompliziert, es verstößt einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zufolge auch gegen die Chancengleichheit der Parteien und ist damit verfassungswidrig. Fallen demnach bei Wahlen mehr als 15 Überhangmandate an, muss dafür ein Ausgleich geschaffen werden.

Das Urteil betrifft außer der ausgleichslosen Zuteilung von Überhangmandaten die Vergabe von Zusatzmandaten für Rundungseffekte sowie das weiterhin mögliche sogenannte negative Stimmgewicht.
Überhangmandate
Sie entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate erringt, als es ihrem Anteil an den Zweitstimmen entspricht. Weil für ein Direktmandat nicht die absolute, sondern nur die relative Stimmenmehrheit erforderlich ist, werden Überhangmandate umso wahrscheinlicher, je mehr kleine Parteien in den Bundestag einziehen. 2005 erhielt die CDU sieben und die SPD neun Überhangmandate. 2009 waren es 21 für die CDU und drei für die CSU.
Negatives Stimmgewicht
Dies meint das paradoxe Phänomen, dass eine Partei durch einen Stimmenzuwachs in einem Bundesland dort zwar kein zusätzliches Mandat erringen kann, dafür aber in einem anderen Land ein Mandat verliert. Dies kann insbesondere im Zusammenhang mit Überhangmandaten passieren: Weil Partei X mit Überhangmandaten ohnehin schon mehr Bundestagssitze bekommt, als ihr nach den Zweitstimmen zustehen, bringt ihr im Parteienproporz ein Stimmenzuwachs in diesem Bundesland nichts. Die höhere Zahl an Zweitstimmen kann jedoch im Länderproporz dazu führen, dass das betreffende Bundesland mehr Abgeordnete entsendet. Der zusätzliche Sitz für das eigene Land geht dann allerdings an eine andere Partei. Ein anderes Land muss dafür einen Sitz abgeben - und wenn der Zufall es will, trifft es ausgerechnet ein Mandat der Partei X.