Bundeswehr 7000 Soldaten sollen WM schützen

Die Verteidigungsminister will zur Sicherung der Fußball-WM in Deutschland deutlich mehr Soldaten bereit stellen als bisher gedacht. Nun ist von bis zu 7000 Soldaten die Rede.


Hamburg - Minister Franz Josef Jung (CDU) sagte: "Ich bin mir mit Bundesinnenminister Schäuble darin einig, dass die Bundeswehr im Bedarfsfall bis zu 7000 Soldaten zum Schutz unserer Bevölkerung und der Gäste der Fußball-Weltmeisterschaft bereit hält." Ursprünglich waren nur etwa 2000 Soldaten im Gespräch. Insgesamt liegen Jung laut "Bild am Sonntag" Blatt mehr als 100 Anträge auf Bundeswehr-Hilfe aus Ländern und Gemeinden vor.

Der Zeitung liegt ein vertrauliches Unterstützungskonzept des Ministers für die Bereitschafts-Einheiten vor. Darin heißt es, "neben Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücksfällen können Großschadensereignisse" während der WM "nicht ausgeschlossen werden".

Konkret stellt die Bundeswehr Sanitätskräfte, ABC-Abwehreinheiten, Pioniere, Feldjäger mit Sprengstoff-Spürhunden und Hubschrauber sowie Flugzeuge bereit.

Biowaffen-Labor ständig alarmbereit

Weiter heißt es in dem Konzept laut dem Blatt: "Die in der Bundeswehr vorhandene ABC-Aufklärungs- und Dekontaminationskapazität wird so ausgeplant, dass an jedem Spielort über diese Kräfte verfügt werden kann, um so in kürzest möglicher Zeit nach Alarmierung am Ereignisort zum Einsatz kommen zu können."

In ständiger Alarmbereitschaft befindet sich dem Bericht zufolge während der WM das mobile Biowaffenlabor des Wehrwissenschaftlichen Institutes in Munster. Am Spielort Kaiserslautern unterhält die Bundeswehr ein Rettungszentrum für Notfall-Chirurgie.

Wie die Zeitung weiter berichtet, sind für schnelle Hilfe Luftwaffe und Heeresflieger verpflichtet: An den Standorten Bückeburg und Laupheim stehen ständig zwei Großrettungshubschrauber vom Typ CH-53 bereit. Zwei weitere Hubschrauber dieses Typs werden in Reserve gehalten. Für den sofortigen Transport von Anti-Terror-Kräften der KSK-Elitesoldaten, Helfern und Material stehen weitere vier Hubschrauber CH-53 und vier kleinere Hubschrauber UH-1D bereit. Die Marine stellt zwei große Rettungshubschrauber "Sea King" Mk. 41.

itz/ddp



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