Airbus A310 Bundeswehrmaschine defekt - Soldaten sitzen in Mali fest

Etwa hundert Soldaten der Bundeswehr können seit Donnerstag Mali nicht verlassen. Ihr Einsatz ist vorbei, doch ein kaputtes Flugzeug verhindert ihre Heimreise.

Airbus A310 (Berlin)
REUTERS

Airbus A310 (Berlin)


Ihr Einsatz ist eigentlich vorbei: Eine Gruppe von Bundeswehrsoldaten hätte am Donnerstag von Mali nach Deutschland fliegen sollen. Doch jetzt sitzen etwa hundert von ihnen in dem afrikanischen Land fest. Das Flugzeug, eine Maschine des Typs Airbus A310, ist defekt.

Einige Dutzend Soldaten seien ersatzweise mit Linienflügen aus der Hauptstadt Bamako ausgeflogen worden, berichtete ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Für die Verbliebenen werde "zeitnah" eine Alternative gesucht.

Die Bundeswehr kämpft seit Jahren mit Materialproblemen. Bereits vor zwei Jahren hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine "Trendwende" für bessere Ausrüstung angekündigt.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages Hans-Peter Bartels (SPD) forderte von der Bundesregierung an diesem Freitag in der "Passauer Neuen Presse" mehr Geld für die Truppe. Die Bundeswehr müsse als Ganzes einsatzfähig sein, um einen glaubwürdigen Beitrag zur Abschreckung und Verteidigung Europas zu leisten. "Das ist sie nicht, bei Weitem nicht", sagte Bartels.

Schlechte Hubschrauber, nicht genug Schiffe

Im Dezember mussten Bundeswehrsoldaten nach SPIEGEL-Informationen mit Hubschraubern des ADAC trainieren - wegen des schlechten Zustands ihrer eigenen Helikopterflotte hatte das Verteidigungsministerium für rund 21 Millionen Euro Flugstunden bei dem Automobilklub eingekauft.

Im Februar beklagte Bartels das Fehlen von einsatzfähigen Marineschiffen. "Es sollte keine neue maritime Mission für Nato, EU oder Uno mehr dazukommen", sagte er der "Bild am Sonntag".

Die Soldaten, die in Mali feststecken, könnten möglicherweise bald nach Hause, teilte der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums mit: Eine Maschine der französischen Luftwaffe soll sie am Samstag ausfliegen. Der deutsche Airbus soll in der senegalesischen Hauptstadt Dakar repariert werden. Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Soldaten gehören zum deutschen Kontingent der Uno-Friedensmission Minusma und sind im gefährlichen Norden des Landes stationiert.

NDR-Doku: Airbus-Fabrik in Finkenwerder

höh/dpa/Reuters



insgesamt 56 Beiträge
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Wolfgang Heubach 16.02.2018
1. Beschämend
Im Ernstfall werden unsere Soldaten im Stich gelassen. Deshalb: Alle Auslandseinsätze der Budneswehr kappen. Frau von der Leyen muss als unfähige Verteidgungsministerin, die nicht ihrer einfachsten Fürsorgepflich nachkommt, entlassen werden. Das ist alternativlos ! Sie ist eine Gefahr für die Soldaten und dieses Land.
mapcollect 16.02.2018
2. Was machen die bloss mit der ganzen Kohle ?
Deutschland ist bei den Militärausgaben mit 41 Mrd 2016 immerhin auf Platz 9 in der Welt. Man muss sich allerdings fragen, was die mit dem ganzen Geld machen, denn man bekommt zunehmend den Eindruck, dass die Bundeswehr im Ernstfall absolut nicht verteidigungsfähig ist. Hier ist wohl eine der größten Reformen fällig mit dem größten Einsparungspotenzial. Wird Zeit auf Kriegsführung 2.0 umzustellen, Smart bombs, Dronen, ... Dronen ? War da nicht mal was .. ?
aquarius99 16.02.2018
3. Hauptsache schwrze Null
Danke, liebe CSU-CDU-SPD für diese Lächerlich-Machung unserer „Streitkräfte“. Vielleicht wäre es besser, die Soldaten würden von der malischen Regierung angeholt und wieder zurückgebracht. Ausrüstung sollte auch gestellt werden. Frieden schaffen ohne Waffen!
Sepp1966 16.02.2018
4. Gab es da nicht eine Affäre in den 60iger Jahren
ausgelöst durch einen Spiegelartikel. Es ist einfach unglaublich, dass unsere Politiker anscheinend nichts mehr im Griff haben. Schon die alten Römer wußten, willst Du den Frieden, rüste für den Krieg. U-Boote, die nicht auslaufen können, weil Ersatzteile und Mannschaften fehlen, Panzer, die wegen fehlender Ersatzteile nicht fahren können, Marinehubschrauber, die wegen der verwendenten nicht salzwassertüchtigen Materialen für den Seeeinsatz nicht verwendet werden können, neue Transportflugzeuge, die wegen Materialrissen nicht fliegen dürfen, Gewehre, die bei Benutzung nicht treffen, Kampfschwimmer, die ihre eigene Ausrüstung kaufen müssen, Tieftauchtanks, die wegen Baumängel nicht benutzt werden dürfen, Drohnen, denen die Flugerlaubnis fehlt. Die Truppe aber als rechtsradikalen Haufen diskreditieren. Hier hat jemand mit seinen externen Beratern wirklich alles im Griff. Was machen wir eigentlich, wenn der Bündnisfall eintritt?
Schwarze Seele 16.02.2018
5. Auch da
zeigt sich, wie die Bundeswehr von CDU/CSU und SPD heruntergewirtschaftet wurde. Viel zu wenig Großgerät, Ausstattung usw. usw. usw. Die das jetzt bedauern und am lautesten schreien, haben diese Probleme selbst auf dem Gewissen. Allen voran die Minister und der jetzige Wehrbeauftragte (SPD), früherer Vorsitzender des Verteidigungsausschusses...! Wegen Unglaubwürdig- und Unaufrichtigkeit sofort zurücktreten, Herr Wehrbeauftragter!
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