Bundeswehr Bericht sieht menschliches Versagen als Mit-Ursache für Drohnen-Absturz

Die Bundeswehr hat den Absturz einer Drohne in Afghanistan untersucht. Nach Informationen des SPIEGEL spielte auch menschliches Versagen eine Rolle - unter anderem aus Zeitdruck.

Heron-Drohne in Afghanistan: Ein Exemplar stürzte im November 2013 ab
DPA

Heron-Drohne in Afghanistan: Ein Exemplar stürzte im November 2013 ab


Hamburg - Der Absturz einer "Heron"-Drohne der Bundeswehr in Afghanistan im vergangenen November hatte nicht nur technische Ursachen. Auch menschliches Versagen ist ein Grund. Dies geht nach Informationen des SPIEGEL aus einem ersten Entwurf eines Untersuchungsberichts der Bundeswehr hervor. (Die Meldung über den Drohnenabsturz lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

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Demnach sind für den Absturz der Drohne sowohl eine unterbrochene Satellitenverbindung als auch eine "fehlerhaft programmierte Notfallroute" verantwortlich. Diese sei auch aus "Zeitdruck" falsch eingegeben worden, heißt es in dem 39-seitigen Bericht, der noch nicht der Leitungsebene im Verteidigungsministerium vorgelegt wurde.

Rat der Experten: Software und Crew verbessern

Um derartige Vorfälle in Zukunft zu verhindern, raten die Experten, die Software sowie die Weiterbildung der Crew zu verbessern. Zudem sollten die Drohnen mit einem Datenrekorder ausgestattet werden.

Die Drohne vom Typ Heron war Anfang November 2013 an einem Berg zerschellt. Bisher setzt die Bundeswehr Drohnen lediglich zur Aufklärung ein. Die Geräte mietet sie von Israel. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich vergangene Woche dafür ausgesprochen, künftig auch bewaffnungsfähige Drohnen zu leasen, bis eine europäische Drohne mit entsprechenden Fähigkeiten entwickelt ist.



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