Bundeswehr Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" könnte wieder fliegen

Hebt die Pannen-Drohne "Euro Hawk" doch noch einmal ab? Nach SPIEGEL-Informationen legt ein Untersuchungsbericht diesen Schritt nahe. 2013 hatte das Verteidigungsministerium das Projekt wegen Zulassungsproblemen gestoppt.

"Euro Hawk": Teure Pannendrohne
DPA

"Euro Hawk": Teure Pannendrohne


Die Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" könnte unter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) doch noch einmal fliegen. Dies ergibt sich aus einem Prüfbericht der Unternehmensberatung KPMG, der nach monatelanger Arbeit Anfang der kommenden Woche vorgelegt wird. (Lesen Sie die komplette Meldung hier im aktuellen SPIEGEL.)

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Die Prüfer empfehlen nach SPIEGEL-Informationen, die Ausrüstungslücke der Bundeswehr in der Aufklärungstechnik mit einem unbemannten Luftfahrzeug als Trägersystem zu beheben. Damit wären alle ebenfalls angedachten Lösungen mit bereits existierenden bemannten Flugzeugen vom Tisch.

Die einzige in absehbarer Zukunft realisierbare Lösung hierfür wäre, so Experten, die Nutzung der von der US-Firma Northrop Grumman entwickelten Drohne "Triton". Diese ist ein Nachfolger des "Global Hawk", der technischen Basis des "Euro Hawk". Für den "Euro Hawk" war eigens ein kostspieliges Aufklärungssystem namens Isis entwickelt worden. Um das auch in der "Triton"-Drohne nutzen zu können, müsste Isis zunächst im existierenden Prototypen des "Euro Hawk" erneut erprobt werden. Diesen Schritt zieht das Verteidigungsministerium nun in Erwägung.

2013 hatte von der Leyens Vorgänger im Amt des Verteidigungsministers, Thomas de Maizière (CDU), das Projekt "Euro Hawk" überraschend gestoppt, weil die Kosten um einen dreistelligen Millionenbetrag gestiegen waren. Grund hierfür waren Probleme bei der Zulassung der Drohne.

Nachfolgerin von der Leyen will am Montag Details zu dem mehr als tausendseitigen KPMG-Prüfbericht bekannt geben, der das Chaos im Rüstungsbereich analysiert und Handlungsempfehlungen für die wichtigsten neun Projekte der Bundeswehr geben soll.

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Seite 1
otelago 04.10.2014
1. das wollen wir nicht hoffen
Die Eurohawk wurde offiziell wegen vorgeschobener Zulassungsprobleme abgeleht. Tatsächliches Problem war darüber hinausgehend, daß die USA viele entscheidende Systeme überhaupt nicht transparent offenlegen. Die Amerikaner behalten also die Hoheit über die Daten und die Einsätze, die Deutschen sollen den amerikanscihen Vogel nur bezahlen.
otelago 04.10.2014
2. Aufklärung, militärische
ist eine sehr persönliche Sache. Militär und Regierung klären auf, um die Hoheit über ungeteilte und ungefilterte Daten zu erhalten. Um das zun zu können, benötigt man eben dazu geeignete eigene Technik. Die US Apparate sind verwanzt, sind nicht transparent, sind also ungeeignet. Daher muß Deutschland, oder Europa, eigene, von US Technik unabhängige Apparate konstruieren. Der Ankauf dieser Maschinen hat nur den Charakter einer milliardenschweren Subvention des Herstellers Grumman.
stereopath 04.10.2014
3.
Das wäre nur zu wünschen, nach dem bereits so viel Geld investiert wurde. Amerikanische Drohnen verfügen auch nicht über mehr Ausstattung, um im US-Luftraum zu manövrieren, der wird für den Start einfach in dem entsprechenden Raster kurz gesperrt, bis die unbemannte Maschine auf ihrer eigentliche Einsatzhöhe angekommen ist, dann wieder freigegeben. Wieso ist das bei uns nicht möglich?
unixv 04.10.2014
4. Noch ein paar Milliarden ...
dann fliegt das scheiß Ding ja vielleicht! Das Geld könnte man auch gut in unsere Infrastruktur verwenden, damit die vielen Tempo 10 und 30kMh Schilder verschwinden. Oder die Minirenten aufbessern? Aber da wir ja eine neue Rolle in der Welt spielen wollen ......Shit happens! Also mal wieder Alternativlos das Ganze, entweder wird das viele Geld in Waffenblödsinn oder Diäten/Pensionen gepumpt! Bürger wert euch gegen den Dilettanten Stadel!
otelago 04.10.2014
5. Merkels Handy mit Flügeln
Wie wahrscheinlich ist es, daß der Apparat nur den Interessen der Hersteller dient und sowohl Einsätze als auch erhobene Daten von den USA kontrolliert werden? Eine Aufklärung die man nicht selber im Griff hat kann man sich schenken.
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