Bundeswehr Ausrüstungsmängel kosten weitere sechs Milliarden Euro

Die Bundeswehr will mit mehr Personal und Ersatzteilen dafür sorgen, dass ihre Rüstungsprojekte in Zukunft weniger Kosten verursachen - und das wird erstmal teuer. Nach SPIEGEL-Informationen sind dafür mehrere Milliarden Euro veranschlagt.

Ministerin von der Leyen vor Transporthubschrauber NH90: Rüstungsmängel werden teuer
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Ministerin von der Leyen vor Transporthubschrauber NH90: Rüstungsmängel werden teuer


Um die zahlreichen Mängel bei Hubschraubern, Flugzeugen und anderen Rüstungsprojekten zu beheben, sind zusätzliche Ausgaben von bis zu sechs Milliarden Euro erforderlich. Das geht aus einer Stellungnahme des Bundesverteidigungsministeriums an den SPIEGEL hervor. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 33/2015
Die gefährliche Vergeudung unseres kostbarsten Rohstoffs

Danach plant das Wehrressort über 120 Maßnahmen, die dazu führen sollen, dass es in Zukunft mehr Personal und Ersatzteile sowie weniger Typenvielfalt gibt. "Die zur Umsetzung angewiesenen Maßnahmen haben einen Zeithorizont zwischen sechs Monaten und sieben bis acht Jahren", heißt es in der Stellungnahme.

Dem SPIEGEL liegen zahlreiche interne Dokumente aus dem Ressort von Ministerin Ursula von der Leyen vor, nach denen die Ausrüstungsmängel die Verteidigungsfähigkeit der Streitkräfte erheblich einschränken. So befürchten die Beamten des Wehrressorts beim Kampfflugzeug Eurofighter unter anderem durch ein fehlendes Radargerät "deutliche Fähigkeitsdefizite" bei der "Wirkung gegen das gegnerische Luftkriegspotenzial".

Auch der Transporthubschrauber NH90 könne unter anderem wegen Problemen an der Seilwinde einen "ggf. erforderlichen Nato-Einsatz nur unter Auflagen" erledigen. Laut interner Kalkulationen sind nur 4 von 39 Transporthubschraubern derzeit verfügbar. Durch weitere Verzögerungen bei der Auslieferung des Transportflugzeugs A400M schätzen die Beamten zudem das Risiko für eine "Fähigkeitslücke taktischer Lufttransport" mit 90 Prozent ein.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Seite 1
andros0813 07.08.2015
1.
nomen est omen...die "bundeswehr" beschäftigt zusehens mit sich selbst, der bund wehrt sich gegen innere korruption, fehlplanung, inkompetenz...ok, ist vielleicht auch besser als in krisengebieten für noch mehr waffenträger zu sorgen, evtl auch billiger...deutschlands beitrag zum weltfrieden..hut ab
10kwh 07.08.2015
2.
Verstehe ich jetzt nicht. Wo liegt das Problem? Wir haben doch so viel Kohle, dass wir sie sogar verschenken. Einfach mal bei den Griechen nachfragen, vielleicht haben die ja ein oder zwei Milliärdchen übrig für uns.
tim.berg78 07.08.2015
3. Verlogen
VdL verschwendet das Geld deutscher Steuerzahler, um ihre Anschlussposition bei McKinsey zu sichern. Mit "internen" Kalkulationen ist nämlich, mal wieder, ein Beraterauftrag gemeint, den sie für ihre angebliche Effizienzsteigerung zu einem bodenlos hohen Betrag platziert hat. Für mich ist das Korruption!
000.Zulu 07.08.2015
4. Ein Trauerspiel vom...
...Anfang bis zum Ende. Wenn es um Militäretats geht habe ich mehr und mehr das Gefühl, dass wir auch in Nigeria sein könnten, was die potentielle und relative Bestechlichkeit angeht. Wie mich sowas annervt, ist aber noch gar nichts dagegen, wie es mich annervt, dass so zaghaft was dagegen getan wird.
LDaniel 07.08.2015
5. Wow
Die Behebung von Mängeln kostet also Geld. Wow, was für eine Erkenntnis. Natürlich steckt in der Bundeswehr viel zu wenig Geld. Man hat seit den 90ern massiv gespart, hat Teilfahigkeiten bestimmter Typen geopfert und durch geringere Stückzahl die Einzelkosten erhöht. Das gehört behoben. Andere Probleme sind rein bürokratischer Natur - wenn nötig könnten die meisten Geräte fliegen, bloß fehlt irgendwo ein kleiner haken in Formular B83-uh und deshalb sollte man sicherheitshalber nicht fliegen - es könnte sein, dass sich der Becherhalter nicht ordnungsgemäß benutzen lässt
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