Bundeswehr-Außenposten Afghanischer Soldat tötet drei Deutsche

Bei einer Schießerei in einem Außenposten in Nordafghanistan wurden drei Bundeswehrsoldaten getötet, sechs verletzt. Ein afghanischer Soldat hatte das Feuer auf die Truppe eröffnet. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die gefährliche Ausbildungsmission der Deutschen für die afghanische Armee.

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Berlin - Ein Soldat der afghanischen Armee hat am Freitagmorgen innerhalb eines Außenpostens der Bundeswehr eine Gruppe von deutschen Soldaten angegriffen. Ein 30-jähriger Hauptfeldwebel wurde bei der Attacke mit einer Handfeuerwaffe aus nächster Nähe getötet. Zwei weitere Soldaten erlagen später ihren Verletzungen. Sechs Bundeswehrsoldaten wurden verletzt, einige schwer.

Ersten Informationen zufolge eröffnete der afghanische Soldat auf einem Parkplatz nahe der Einfahrt des Außenpostens "OP North" bei Baghlan das Feuer auf die Deutschen.

Laut einer Kurzmitteilung der Bundeswehr für das Parlament vom Freitagmorgen ereignete sich der Vorfall um 8.30 Uhr deutscher Zeit. Der Täter sei bei dem Schusswechsel getötet worden. Die Bundeswehr schrieb den Obleuten des Verteidigungsausschusses zunächst lediglich, "ein OMF", das ist die Abkürzung der Nato für einen feindlichen Kämpfer, habe das Feuer auf die Bundeswehrsoldaten eröffnet.

Am Nachmittag ergänzte das Einsatzführungskommando in Potsdam in einer weiteren Mitteilung, nach derzeitigem Kenntnisstand habe ein Soldat der Afghan National Army "überraschend und auf kurze Distanz mit seiner Handfeuerwaffe" auf die Soldaten geschossen. Diese hätten auf ihren Fahrzeugen an der Ausrüstung gearbeitet.

Einer der gefährlichsten Standorte der Bundeswehr

Die internationale Schutztruppe Isaf hatte bereits am Morgen gemeldet, der Angreifer habe eine Uniform der afghanischen Armee getragen. Die Bundeswehr baut den Außenposten, der auf einer Anhöhe liegt, derzeit mit Hilfe der afghanischen Armee aus.

Grundsätzlich werden dabei alle Afghanen kontrolliert. Von Soldaten hieß es jedoch am Freitag, es habe schon vorher Bedenken gegen den Einsatz der Afghanen innerhalb des Sicherheitsrings um das Camp gegeben. Diese seien aber von der Lagerleitung nicht ernst genommen worden.

Der Außenposten im Süden des Bundeswehrgebiets in Nordafghanistan gilt als einer der gefährlichsten Standorte der Bundeswehr. Dort sind auf einer Anhöhe rund 500 Soldaten stationiert, die an offensiven Operationen gegen die Taliban teilnehmen. Am Mittwochabend hatte Verteidigungsminister zu Guttenberg den Posten besucht und dort übernachtet. Er wurde Freitagmorgen über die Schießerei unterrichtet.

Der Vorfall erinnert an ähnliche Angriffe auf Isaf-Soldaten durch Soldaten der afghanischen Armee. Besonders nach dem Beginn des sogenannten Partnering-Programms, bei dem internationale Soldaten afghanische Kameraden bei laufenden Operationen ausbilden, kam es mehrmals zu tödlichen Angriffen von Afghanen auf internationale Soldaten.

Der Sprecher der Isaf verurteilte den "tragischen Vorfall". General Josef Blotz betonte, es gebe seit Jahren immer weiter verfeinerte Standard-Überprüfungen aller afghanischen Soldaten, die mit internationalen Einheiten gemeinsam operierten.

Im Moment, so Blotz am Freitagmittag, müsse allerdings erst untersucht werden, ob es sich um einen Soldaten oder um einen Angreifer handelte, der sich mit einer Uniform getarnt hat. "Sollte sich herausstellen, dass in diesem Fall tatsächlich ein afghanischer Soldat das Feuer eröffnet hat, müssen wir die Sicherheitsmaßnahmen möglicherweise noch einmal überprüfen", sagte Blotz SPIEGEL ONLINE.



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hatem1 18.02.2011
1. Die afghanische Armee ist kein Partner
Zitat von sysopEin Bundeswehrsoldat wurde getötet, acht weitere verletzt: Das ist die Bilanz einer Schießerei in einem Außenposten in Nordafghanistan. Der Angreifer wurde bei dem Überfall erschossen. Erst vor zwei Tagen hatte der Verteidigungsminister die Stellung besucht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746363,00.html
Es würde mich nicht überraschen, wenn der Schütze ein Soldat der Afghanischen Armee war. Sowohl die Deutschen als auch die Amerikaner trauen ihren Verbündeten nicht, solche Anschläge haben schon das Leben mehrerer Amerikaner und Briten gekostet. Dass so etwas auch den Deutschen passiert, war/ist nur eine Frage der Zeit. So sehr ich hinter den Soldaten stehe - wir sollten so schnell wie möglich abziehen. Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen. Mein Beileid den Hinterbliebenen und den Verwundeten schnelle und komplette Genesung.
bibernell 18.02.2011
2. Donnerwetter..
Zitat von sysopEin Bundeswehrsoldat wurde getötet, acht weitere verletzt: Das ist die Bilanz einer Schießerei in einem Außenposten in Nordafghanistan. Der Angreifer wurde bei dem Überfall erschossen. Erst vor zwei Tagen hatte der Verteidigungsminister die Stellung besucht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746363,00.html
er tut sich dieses Amt weiterhin an. Und wird auch prompt grausam davon eingeholt, was dieses Amt eigentlich/tatsächlich und sehr real mit sich bringt.
Tastenhengst, 18.02.2011
3. Tut mir leid!
Zitat von sysopEin Bundeswehrsoldat wurde getötet, acht weitere verletzt: Das ist die Bilanz einer Schießerei in einem Außenposten in Nordafghanistan. Der Angreifer wurde bei dem Überfall erschossen. Erst vor zwei Tagen hatte der Verteidigungsminister die Stellung besucht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746363,00.html
Friede seiner Seele und gute Genesung den Kameraden!
Ohli 18.02.2011
4. Krieg in Afghanistan
Zitat von sysopEin Bundeswehrsoldat wurde getötet, acht weitere verletzt: Das ist die Bilanz einer Schießerei in einem Außenposten in Nordafghanistan. Der Angreifer wurde bei dem Überfall erschossen. Erst vor zwei Tagen hatte der Verteidigungsminister die Stellung besucht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746363,00.html
Nicht nur die Taliban, auch afghanische Arbeiter kämpfen gegen die Besatzer. Wie viele Bundeswehrsoldaten müssen noch, für die Kriegswirtschaft, in diesem sinnlosen Krieg sterben? Holt unsere Soldaten nach Hause. Sofort.
südd. 18.02.2011
5. Krieg
Die Realität des Krieges. Es hat geheißen wir unterstützen Afghanistan bei dem Aufbau einer Demokratie. In Wahrheit sind wir in einen Bürgerkrieg hineingezogen worden. Den Preis für die Verlogenheit der Politik und Medien zahlen jetzt die Soldaten.
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