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Seenot im Mittelmeer: Bundeswehr beteiligt sich erstmals an Flüchtlingsrettung

Die Fregatte "Hessen" (Archiv): Unterwegs ins Mittelmeer Zur Großansicht
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Die Fregatte "Hessen" (Archiv): Unterwegs ins Mittelmeer

Schon vor dem offiziellen Beginn ihrer Rettungsmission hat die deutsche Marine ein Notruf erreicht: Die beiden Bundeswehr-Schiffe eilten umgehend den Flüchtlingen im Mittelmeer zu Hilfe.

Als der Seenotruf kam, waren die Fregatte "Hessen" und der Versorger "Berlin" gerade auf dem Weg in ihr Einsatzgebiet zwischen Sizilien und der libyschen Küste. Sie drehten umgehend ab und fuhren mit Höchstgeschwindigkeit zu der Unfallstelle südöstlich von Sizilien, wo 95 Flüchtlinge in Seenot geraten waren.

Ein italienisches Zoll-Schiff hatte die Schiffsbrüchigen schon an Bord genommen, als die "Hessen" eintraf. Unter den Flüchtlingen befand sich Angaben des Bundesverteidigungsministeriums zufolge auch eine schwangere Frau, um die sich ein deutscher Arzt und ein Sanitäter gekümmert hätten. Die Schwangere hatte wie die anderen Schiffbrüchigen zwei Tage lang nur Seewasser getrunken. Inzwischen gehe es ihr besser, erklärte das Ministerium.

Die italienischen Behörden teilten der Nachrichtenagentur AFP zufolge ihrerseits mit, dass die Flüchtlinge zwölf Tage lang auf hoher See gewesen seien. Das 50 Meter lange Flüchtlingsschiff sei zwei Tage lang manövrierunfähig auf dem Meer getrieben.

Die Bundesregierung hatte nach dem EU-Flüchtlingsgipfel im April angeboten, sich mit zwei Schiffen an der Seenotrettung im Mittelmeer zu beteiligen. Am Donnerstag werden die Fregatte und das Versorgungsschiff in ihrem eigentlichen Einsatzgebiet erwartet.

Die meisten Schleuser bringen Flüchtlinge und illegale Einwanderer derzeit über Libyen nach Europa. Insgesamt wurden nach italienischen Angaben allein am Dienstag etwa 650 Menschen aus Seenot gerettet. Zudem habe ein Boot mit etwa 30 Flüchtlingen aus eigener Kraft den Süden Italiens erreicht.

kry/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Hoffentlich
moriturus62 06.05.2015
ist das nicht nur ein PR-Aktion, die in ein paar Wochen wieder abgeblasen wird. Es ist eine Schande, dass wir so lange nichts gemacht haben.
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