Bundeswehr Bewerberzahlen für freiwilligen Wehrdienst brechen ein

Immer weniger Männer und Frauen haben Interesse am freiwilligen Wehrdienst - und jeder Vierte bricht vorzeitig ab. Das Verteidigungsministerium spricht von einer "Herausforderung".

Bundeswehr (Archivbild)
DPA

Bundeswehr (Archivbild)


Sechs Jahre nach Aussetzung der Wehrpflicht melden sich immer weniger Menschen zum freiwilligen Wehrdienst. Bis Ende August bewarben sich in diesem Jahr 10.105 Männer und Frauen für diesen Dienst an der Waffe - ein Rückgang von mehr als 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Verteidigungsministerium der Nachrichtenagentur dpa mitteilte.

Hinzu kommt: Mehr als jeder Vierte bricht den freiwilligen Wehrdienst demnach während der Probezeit wieder ab.

Die Personalgewinnung bleibe vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine große Herausforderung, sagte eine Sprecherin.

Dennoch bleibe die Gesamtbewerberzahl im Jahr 2017 konstant hoch. "Dies bestätigt, dass die Bundeswehr ein attraktiver Arbeitgeber ist." Die Bewerbungen für eine Laufbahn als Zeitsoldat seien im Vergleich zum Vorjahr gestiegen - um knapp drei Prozent auf rund 33.400.

wal/dpa

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insgesamt 94 Beiträge
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no_reservations 25.11.2017
1. Die Abschaffung
von Wehrpflicht und insbesondere Zivildienst entpuppt sich auch immer mehr als bemerkenswerter Geistesblitz der damals Entscheidenden. Warum auch jungen Menschen Zugang und Kontakt zum sozialen Bereich ermöglichen, während diese Berufe ohnehin von Bewerbern nahezu überrannt werden. Ich habe Wehrpflicht und Zivildienst stets ähnlich Praktika gesehen - zeitlich begrenzt und doch bleibt der eine oder andere „hängen“, so er seine Berufung entdeckt hat. Fahrlässig dies damals handstreichartig abgeschafft zu haben...
Titanus 25.11.2017
2. Fehler
Nicht der einzige, aber einer der größten Fehler der Regierung Angela Merkel war die Abschaffung (Aussetzung) der Wehrpflicht. Aus vermeintlichen Kostengründen und mit dem vordergründigen Argument der "Wehrgerechtigkeit" (welches nicht gilt, da man einfach nur alle als tauglich Gemusterten zum Ersatzdienst oder Wehrdienst hätte einziehen müssen), hat man sich ein enormes Nachwuchsproblem geschaffen. Jetzt ist aufgrund der Sicherheitslage der Bedarf gestiegen und man bekommt keinen Nachwuchs (insbesondere den nicht, der nur über den Wehrdienst die Laufbahn als Zeitsoldat eingeschlagen hätte). Und als Erziehungsmaßnahme (Unter-/ Einordnung in der Gruppe, körperliche Ertüchtigung, Disziplin, Eigenständigkeit etc.) ist der verpflichtende Wehrdienst unverzichtbar!
maier2206 25.11.2017
3. Kein normaler Mensch geht zur Bundeswehr!
Die Bundeswehr wurde von rotgrüne/schwarze Politiker vorsätzlich kaputt gespart, ideologisch verbrämt und gesellschaftlich geächtet. Das geht so weit, dass wenn ein Bundeswehrsoldat öffentlich sagt er würde sein Land verteidigen er als „rechtsradikal“ denunziert wird. Sollte er sogar öffentlich sagen, dass er sein Leben für diesen Staat geben würde, würde man ihn sofort „NAZI“ bezeichnen und ihn aus dem Dienst entlassen. Diese durch diese rotgrüne und deutschhassende Ideologie entkernte Bundeswehr wäre nicht mal fähig sich einen militärischen Angriff durch z.B. Liechtenstein oder Andora zu erwehren. Kein normaler Mensch wird für dies durch und durch dekadente, kleine und elitäre Machtclique hier in Deutschland freiwillig sein Leben geben.
el__cid 25.11.2017
4. Die Bundeswehr ein attraktiver Arbeitgeber? Das ich nicht lache!
Die Lage: Kein politischer Rückhalt, Militärführung ohne Rückgrat (Lackeitelieserung der Bundeswehr), zerstörtes inneres Gefüge, völlig desolate militärische Ausrüstung und unfähig zur Landesverteidigung. Was soll daran attraktiv sein? Es gibt einige Dinge, die man nur bei der Bundeswehr machen kann. Für die Masse der Bewerber für andere Tätigkeiten ist die Bundeswehr wohl die einzige Möglichkeit beruflich etwas zu erreichen. Es ist der Makel von Berufsarmeen, dass die Masse der einfachen Soldaten einfache Menschen sind, die ihre Haut zu Markte tragen müssen, weil sie keine andere Wahl haben!
amikino 25.11.2017
5. Es fehlt an Ansehen!!
Das Ansehen der Soldaten in Deutschland ist erbärmlich, verglichen zu anderen Europäischen Länder. Wem wundert es, dass sich niemand bewirbt. Nur wenn ein Bürger in Uniform auch ansehen wiederfährt, dann haben wir einen Change genügend freiwillige zu finden!
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