Aufrüstung Bundeswehr will neue Panzer

Die Bundeswehr stockt Waffen aus der Zeit des Kalten Krieges auf: Brückenlegepanzer kommen wieder in Mode - als Reaktion auf Russlands Kriege in Osteuropa.

Bundeswehrsoldat mit Funkgerät
REUTERS

Bundeswehrsoldat mit Funkgerät


Die Bundeswehr benötigt wegen der geänderten Bedrohungslage in den nächsten Jahren Brückenlegepanzer, modernere Funkgeräte sowie Gerät zum Verlegen von Minensperren. Dabei handelt es sich teilweise um Material, an das man nach dem Ende des Kalten Krieges in Deutschland kaum noch gedacht hatte. Insgesamt sind Kosten in Milliardenhöhe zu erwarten.

Die Beschaffung der Funkgeräte würde finanziell den größten Posten ausmachen, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, am Abend in Berlin. Der Austausch der Geräte werde sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erstrecken. Der Bedarf sei bereits akzeptiert. Das Heer benötige zudem 31 Brückenlegepanzer vom Typ "Leguan", die der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann produziert. Drei Stück würden im kommenden Jahr zur Verfügung stehen.

600 Soldaten sollen nach Litauen verlegt werden

Die Minenverleger existierten zwar noch, müssten aber reaktiviert werden, hieß es. "Es geht darum, all das wieder zu beschaffen, was wir aus nachvollziehbaren Gründen einmal reduziert hatten", sagte Vollmer.

Zu den neuen Aufgaben der Bundeswehr gehört aller Voraussicht nach auch die Entsendung von rund 600 Soldaten nach Litauen. Beim Nato-Gipfel Anfang Juli in Warschau soll die rotierende Präsenz von jeweils einem Nato-Bataillon in Litauen, Lettland, Estland und Polen beschlossen werden.

Deutschland hatte sich für Litauen gemeldet - laut Vollmer auch aufgrund gemeinsamer Erfahrungen, beispielsweise aus der Ausbildung der Litauer an der Panzerhaubitze 2000. Wer die Führung in Polen übernehmen werde, sei immer noch unklar. Die Anwesenheit in Polen und den drei baltischen Staaten ist eine Reaktion auf die Annexion der Krim durch Russland und den Krieg im Osten der Ukraine.

brt/dpa

insgesamt 38 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
daktaris 10.06.2016
1. Wurde auch langsam mal Zeit...
und ist längst überfällig, nachdem die BW über 20 Jahre kaputt gespart wurde.
perser1987 10.06.2016
2. Damit die
bei Hitze , rückwärts schießen? ? Wieso immer dieser Aktionismus? Die hälfte der aktuellen Ausrüstung funktioniert nicht, aber Hauptsache schonmal neuen Schrott produzieren.
acyonyx 10.06.2016
3. Schon komisch!
Jeder denkende Mensch konnte sich ausmalen, daß nach der Chaosphase in Russland die Warscheinlichkeit für einen säbelrasselnden Potentaten jederzeit gegeben war! Und trotzdem ist das ganze Material z.B.: Kampfpanzer, Flugabwehr, Pioniergerät, Waffen für Reservisten alles VERSCHROTTET oder in alle Welt verschenkt worden. Jetzt muß man das alles dann ein zweites mal kaufen. Aber erstens kostet das jetzt pro Stück das 10fache, weil sich die Industrie an kleine Stückzahlen gewöhnt hat und 2. ist mit massiven Kinderkrankheiten zu rechnen, die die Einsatzfähigkeit bis zum St. Nimmerleinstag verschiebt. Alleine in Heidelberg hat die US-Army mehr Kampfpanzer rumstehen, als die gesamte Bundeswehr ihr Eigen nennt. Was soll das? Und dafür brauchen wir ein Ministerium mit tausenden Mitarbeitern......Komisch komisch komisch
spon-1299090993322 10.06.2016
4. Ahem
Erklär mal einer General Vollmer, daß er Minenverleger gar nicht mehr benutzen darf, die unterliegen nun einem Bann für geächtete Waffen, den Deutschland mit unterschrieben hat( Stichwort Clusterbombs, Streumunition).
NochNeMeinung 10.06.2016
5. Modernisierung nötig
Es kann nicht nur darum gehen, die Quantität zu erhöhen. Das können die Russen sowieso besser. Was gebraucht wird ist überlegene Qualität; sprich Neuentwicklungen. Der Leo 2 Ax z. B. wird nicht ewig den russischen Typen überlegen sein. Bei den Kampffliegern ist man auch nur knapp vorne. Bei vielen anderen Systemen ist man komplett veraltet. Es bedarf insgesamt eines technischen Sprungs nach vorne, um glaubhaft konventionell abschrecken zu können. Das wird es nicht zum Sparpreis geben. Ebenso wichtig wäre ein Mentalitätswechsel hin zur Realisierung der tatsächlichen Bedrohungen. Die rosa Brille der Zeit nach dem Kalten Krieg hat die Wahrnehmung vieler zu sehr getrübt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.