Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bundeswehr: De Maizière hält Einsatz in Libyen für möglich

Werden deutsche Soldaten demnächst auch nach Libyen geschickt? Verteidigungsminister de Maizière ist laut einem Zeitungsbericht bereit, einen Bundeswehreinsatz in dem Land zu prüfen, sollte es eine entsprechende Anfrage geben.

Deutsche Soldaten in Afghanistan: Steht die Bundeswehr auch vor einem Libyen-Einsatz? Zur Großansicht
DPA

Deutsche Soldaten in Afghanistan: Steht die Bundeswehr auch vor einem Libyen-Einsatz?

Berlin - Bei der Abstimmung im Uno-Sicherheitsrat über den Libyen-Einsatz hatte sich Deutschland enthalten - dennoch könnten Bundeswehrsoldaten demnächst möglicherweise in das nordafrikanische Land geschickt werden: Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) schließt jedenfalls einen Bundeswehreinsatz zur militärischen Stabilisierung des Landes nach dem Ende des Gaddafi-Regimes nicht aus. "Wenn es Anfragen an die Bundeswehr gibt, werden wir das konstruktiv prüfen", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post".

Die Bundesregierung setze jedoch darauf, dass Libyen "in einer Zeit nach Gaddafi" aus eigener Kraft einen stabilen Staat aufrechterhalten könne, sagte der Minister weiter.

Am derzeitigen Einsatz der Nato zum Schutz der libyschen Bevölkerung ist Deutschland nicht direkt beteiligt. Allerdings wurden deutsche Soldaten in einem auch für den Libyen-Einsatz zuständigen Nato-Stab in Italien eingesetzt.

Die Bundeswehr ist mit elf Soldaten der Luftwaffe an der Führung des Libyen-Einsatzes der Nato beteiligt. Das Verteidigungsministerium hatte zuletzt auf eine parlamentarische Anfrage mitgeteilt, dass die Soldaten in den zuständigen Nato-Hauptquartieren in Italien unter anderem bei der Auswahl von Zielen für die Luftangriffe auf Libyen im Einsatz seien. Sie würden allerdings keine Entscheidungsfunktionen wahrnehmen. Aus den Reihen der Grünen wurde die Rechtmäßigkeit des Einsatzes in Frage gestellt.

Am Freitag hatte sich de Maizière für eine stärkere Zusammenarbeit Deutschlands mit den Bündnispartnern ausgesprochen. Mit Blick auf die Enthaltung Deutschlands im Uno-Sicherheitsrat zu einer Libyen-Resolution sagte der CDU-Politiker: "Es gibt in Zukunft in keiner Weise mehr einen deutschen Sonderweg, weder in der EU noch neben anderen Bündnispartnern."

hen/dpa/dapd/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 77 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. wozu
janne2109 22.08.2011
um uns auch ja ein Tröpfchen Öl zu sichern?? Das bekommen wir auch so, wir zahlen im Gegensatz zu vielen anderen Ländern schnell.
2. Ja
Hovac 22.08.2011
klar, nur lieber die Anfrage nicht an das Volk weiterleiten, das könnte etwas anderes sagen.
3. Wieso immer gleich reflexartig Soldaten entsenden?
mgerhard 22.08.2011
Warum sollen eigentlich immer gleich reflexartig Soldaten geschickt werden? Wieso kommt niemand auf die Idee, andere Hilfe beim Wiederaufbau zu schicken.
4. Armselig
KB1111, 22.08.2011
Na, dass sind ja grosse Helden - wenn die Schlacht geschlagen ist, sich noch irgendwie mit reinhaengen...armselig. Man kann es auch die Fahne nach dem Wind haengen nennen - wenn Gaddafi sich behauptet haette, waere man wahrscheinlich wieder um beste Wirtschaftsbeziehungen bemueht...
5. Mumpitz
JanSouth 22.08.2011
Ah ja. Eine Teilnahme am bisherigen (Kampf)-Einsatz wurde vermeintlich publikumswirksam abgelehnt, unter anderem mit der Ausrede, die Kapazitäten seien in Afghanistan etc gebunden. Dabei ging es seinerzeit um reine Luftwaffenverbände, und die sind eben nicht im Einsatz, die wären frei gewesen. Was allerdings gut eingebunden ist, das sind die Bodenkräfte vornehmlich des Heeres (aber auch entsprechende Bodentruppenteile von Luftwaffe und Marine), hier besteht in der Tat recht wenig "Luft". Und gerade deren Einsatz (denn etwas anderes kann bei "Stabilisierung im Land" kaum gemeint sein) soll jetzt "konstruktiv geprüft" werden? Versteh einer die Berliner Logik... Man muss übrigens keine imperiale Großmacht sein, um sich zu überdehnen, das schafft man auch als militärischer Mittelständler wenn man nicht etwas aufpasst.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: