Bundeswehr Der KSK-Eliteeinheit fehlt der Nachwuchs

Nach einem SPIEGEL-Bericht hat die Bundeswehr große Probleme, geeignete Soldaten für ihre Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) zu finden. Weitere Auslandseinsätze in Krisen- und Kriegsregionen seien für die Truppe kaum zu schaffen. Das Verteidigungsministerium dementierte den Nachwuchsmangel bei der KSK.


Berlin - Die Sollstärke des im baden-württembergischen Calw stationierten Verbandes – 400 Kämpfer plus rund 600 Mann Unterstützungskräfte – wird nach einem Bericht des SPIEGEL deutlich unterschritten. Bislang seien nur gut 35 Prozent der Posten für Kommando-Soldaten besetzt. Allein für die Beteiligung an der Anti-Terror-Operation "Enduring Freedom" in Afghanistan jedoch, würden bis zu 100 Elitesoldaten benötigt, schätze das das Verteidigungsministerium in Berlin.

Einsatzkräfte der KSK bei einer Übung in Calw: "Rambo-Typen können wir nicht gebrauchen"
DPA

Einsatzkräfte der KSK bei einer Übung in Calw: "Rambo-Typen können wir nicht gebrauchen"

Zu den Spezialitäten der besonders geschulten KSK-Soldaten gehören Geiselbefreiungen, Terrorabwehr sowie Informationsbeschaffung.

Wie schwierig es sei, für derart gefährliche Einsätze Nachwuchs zu rekrutieren, habe das jüngste Auswahlverfahren gezeigt. Von rund 350 Interessenten schafften es nach Informationen des SPIEGEL gerade einmal 9 nach den harten Eignungstests in die dreijährige Ausbildung. Viele der Freiwilligen seien körperlich nicht leistungsfähig genug, die meisten seien aber von den Psychologen aussortiert worden: Denn gefragt seien ruhige und rationale Soldaten. "Rambo-Typen können wir nicht gebrauchen", so Heeresinspekteur Hans-Otto Budde. Er wolle trotz des Personalmangels "keine Abstriche" bei den äußerst strengen Auswahlkriterien machen.

Das Verteidigungsministerium hat den Bericht des SPIEGEL unterdessen dementiert. "Ein Nachwuchsproblem bei der KSK gibt es nicht", sagte ein Ministeriumssprecher. "Wir haben ein ausreichendes Bewerberaufkommen", fügte er hinzu.

anr/AFP



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