Fall Franco A. Ex-Bamf-Chef Weise räumt Mitverantwortung ein

"Das muss ich auch verantworten": Ex-Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise hat "schwere Fehler" im Fall Franco A. eingeräumt. Dem Soldat war eingeschränkter Schutz als Kriegsflüchtling aus Syrien gewährt worden.

Frank-Jürgen Weise (Archivbild)
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Frank-Jürgen Weise (Archivbild)


Ein Bundeswehrsoldat tarnte sich als Flüchtling, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wurde ihm nach einer Anhörung auf Französisch Ende 2016 eingeschränkter Schutz als Kriegsflüchtling aus Syrien gewährt. Nach dem Auffliegen von Oberleutnant Franco A., der verdächtigt wird, einen Terroranschlag geplant zu haben, hat Ex-Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise Mitverantwortung für Fehler in seiner früheren Behörde übernommen.

Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Weise: "Hier sind schwere Fehler passiert. Das muss ich auch verantworten." Es sei aber auch von Anfang an klar gewesen, dass die schnellen Neueinstellungen und kurzen Schulungen von Mitarbeitern "auf Kosten der Qualität gehen müssen. Die Alternative wäre gewesen, weiter verzögerte Asylverfahren zu haben." Natürlich sei durch diese Veränderungsprozesse das Risiko von Fehlentscheidungen gestiegen, sagte Weise.

Franco A. sitzt mittlerweile in Haft. Als Reaktion auf das Auffliegen hatte das Bamf eine Überprüfung von 2000 bereits abgeschlossenen Asylverfahren begonnen. Nach etwa der Hälfte dieser Nachkontrollen sollen bislang in rund zehn bis 15 Prozent der Fälle Fehler festgestellt worden sein.

Weise hatte die Leitung des Bamf zum Höhepunkt der Flüchtlingszuwanderung im Herbst 2015 übernommen - neben seiner Arbeit als Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit. Zum Jahresanfang übernahm Jutta Cordt die Bamf-Leitung. Im März gab Weise zudem seinen Posten bei der Bundesagentur für Arbeit ab.

max/dpa

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