Bundeswehr: Marinesoldaten fesseln und quälen Vorgesetzten

Auf dem Bundeswehr-Schnellboot "Hermelin" sollen mindestens vier Soldaten einen Vorgesetzten attackiert und fast nackt fixiert haben. Der Vorfall ereignete sich im Hafen von Beirut. Auf die Haut ihres Opfers schrieben die Täter: "Hier wohnen die Mongos."

Potsdam/Beirut - Ein tätlicher Angriff auf einen Vorgesetzten beunruhigt die Bundeswehr. Auf dem Marine-Schnellboot "Hermelin" soll ein vorgesetzter Bootsmann von mehreren Obermaaten angegriffen worden sein. Das Einsatzführungskommando in Potsdam bestätigte am Dienstagabend den Vorfall.

Am Abend des 15. Februar, während das Boot im Hafen von Beirut lag, zogen demnach vier Obermaate den Bootsmann aus seiner Koje. Dieser soll nur mit einer Unterhose bekleidet gewesen sein. Mit Tape und einem Spanngurt fesselten sie ihn auf einem Tisch und bemalten ihn am Bein.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung", die zuerst über den Vorfall berichtete, sollen die Männer dem Deutschen thailändischer Herkunft die Worte "Hier wohnen die Mongos" auf die Haut geschrieben haben. Das Einsatzführungskommando bestätigte dies und erklärte, dass die vier Soldaten nach Deutschland zurückgeschickt wurden. Das Opfer des Übergriffs soll dagegen weiter an Bord sein.

Mindestens 13 Personen wurden bereits vernommen. Angesichts der engen Verhältnisse auf dem Boot geht man in Bundeswehrkreisen laut "Süddeutscher Zeitung" davon aus, dass noch einige der 36 Mann den Vorfall zumindest mitbekommen haben könnten. Zu dieser Frage werde noch ermittelt. Weitere personelle Maßnahmen würden geprüft.

Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte zum Motiv: "Alle Ermittlungen, die wir geführt haben, haben ergeben, dass der Vorfall nichts mit einem ausländerfeindlichen Hintergrund zu tun hat." Die Bilder, die Soldaten mit Handys gemacht hatten, sollen auf Befehl gelöscht worden sein. Alkohol soll bei dem Vorfall nach bisherigen Erkenntnissen nicht im Spiel gewesen sein.

Wie das Einsatzführungskommando weiter mitteilte, wurde der Vorfall am 22. Februar wegen des Verdachts eines tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Das Schnellboot "Hermelin" beteiligt sich an dem Unifil-Einsatz vor der Küste des Libanon, um Waffenschmuggel zu unterbinden und die Seewege zu kontrollieren.

mia/dpa

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1.
awun 26.02.2013
Genau wegen diesen Aktionen hat die Bundeswehr ihren ruf. Aber natürlich war weder Alkohol noch Rassismus im Spiel. Mongo wird in der Deutschen Sprache auch nicht als Schimpfwort benutzt.
2. mal wieder
cheese123 26.02.2013
In der Bundeswehr geht es wohl auch zu wie im sonstigen Leben, das muss endlich Konsequenzen haben. Beschämend.
3. Jawoll !
mad_man_walking 26.02.2013
..."sollen die Männer dem Deutschen thailändischer Herkunft die Worte "Hier wohnen die Mongos" auf die Haut geschrieben haben...." ..."Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte zum Motiv: "Alle Ermittlungen, die wir geführt haben, haben ergeben, dass der Vorfall nichts mit einem ausländerfeindlichen Hintergrund zu tun hat."..." Yup...bestimmt nicht...sieht ja auch garnicht danach aus...sicher nicht. Schon klar ;-)
4. Und ?
DerNachfrager 26.02.2013
Ein paar unreife Unteroffiziere und ein Bootsmann, der sich nicht durchsetzen kann. Passiert jeden Tag in jeder Armee dieser Welt. Ebenso in jedem Ferienlager und auf so ziemlich jeder Kommunionsfahrt. Und wo ist hier die Nachricht ?
5. Weder... noch
kolibri73 26.02.2013
Natuerlich keine auslaenderfeindliche Motivation und auch kein Alkohol im Spiel- tja was motiviert dann einen solchen Uebergriff auf einen Vorgesetzten thailaendischer Abstammung? Gruebel? Gruebel?!- Glaubwuerdigkeitsluecke!
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