Bundeswehr: Jung erwägt weitere Afrika-Einsätze

Die Kongo-Mission der Bundeswehr hat noch nicht richtig angefangen, da denkt Verteidigungsminister Jung bereits über die nächsten Einsätze deutscher Truppen in Afrika nach - etwa im Südsudan. Im Gegenzug sei ein Abzug der Bundeswehr vom Balkan denkbar.

Hamburg - Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hält weitere Einsätze der Bundeswehr in Afrika für möglich. "Ich kann nicht ausschließen, dass wir für den Südsudan auch angefragt werden", sagte Jung der "Bild am Sonntag". Die Uno habe die Nato um Unterstützung gebeten. "Darüber wird diskutiert", sagte der Minister. Er plädiere jedoch für Friedenstruppen der Afrikanischen Union. "Der Friedensprozess im Sudan sollte ein afrikanisches Gesicht haben."

Verteidigungsminister Jung: Einsatz im Südsudan?
REUTERS

Verteidigungsminister Jung: Einsatz im Südsudan?

Der Bundeswehr-Einsatz im Kongo soll noch vor Weihnachten abgeschlossen sein. "Die Kongo-Mission dauert vier Monate. Das kann ich eindeutig versprechen", sagte Jung der Zeitung. Das Mandat der Uno sei klar begrenzt, ebenso wie das Mandat des Bundestages.

"Es ist nicht unsere Aufgabe, den Kongo insgesamt zu stabilisieren. Wir sichern die demokratischen Wahlen ab", betonte der Verteidigungsminister. "Zu Weihnachten ist die Truppe wieder daheim." Der CDU-Politiker fliegt am heutigen Sonntag in den Kongo, um das Vorauskommando der Bundeswehr zu besuchen.

Sollte die Bundeswehr auch in anderen afrikanischen Ländern aktiv werden, könnten laut Jung im Gegenzug die deutschen Truppen vom Balkan abgezogen werden. "Ich will hier keine falschen Signale senden. In Bosnien haben wir im Oktober Wahlen", sagte Jung. Aber wenn man dort und im Kosovo eine positive Entwicklung erkenne, "müssen wir danach über eine Strategie des stufenweisen Abzugs unserer Soldaten nachdenken".

mbe/ddp/dpa

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