Ausrüstungsprobleme Bundeswehr muss noch lange auf moderne "Leopard"-Panzer warten

Für viel Geld lässt Ursula von der Leyen die schwächelnde Panzerflotte der Bundeswehr modernisieren. Nach SPIEGEL-Informationen wird es aber Jahre dauern, bis die ersten Kampfgeräte zur Verfügung stehen.

"Leopard 2"-Kampfpanzer
DPA

"Leopard 2"-Kampfpanzer


Die Bundeswehr wird noch viele Jahre auf aufwendig modernisierte und einsatzbereite "Leopard 2"-Panzer der neuesten Generation warten müssen. Die ersten der dringend benötigten Waffensysteme, über deren Kauf und anschließende Modernisierung das Verteidigungsministerium im Mai 2017 einen 760-Millionen-Euro-Vertrag abgeschlossen hatte, wird die Truppe nach SPIEGEL-Informationen frühestens 2020 bekommen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 9/2018
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Die Auslieferung aller Panzer durch das Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann soll erst 2023 beendet sein, heißt es in einem vertraulichen Berichtsentwurf des Verteidigungsministeriums über die wichtigsten Rüstungsprojekte.

Durch die späte Auslieferung stehen die Panzer für die schnelle Eingreiftruppe der Nato, deren Führung Deutschland 2019 übernehmen soll, nicht zur Verfügung. Derzeit müssen sich die Verbände, die in einem Jahr die sogenannten VJTF-Kräfte (Very High Readiness Joint Task Force) stellen sollen, Panzer von anderen Einheiten zusammenleihen - wegen akuter Ausrüstungsmängel.

Die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr sorgte zuletzt für viele negative Schlagzeilen. In der kommenden Woche will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dem Verteidigungsausschuss des Bundestags eine detaillierte Übersicht über die sogenannten Klarstände vorlegen, also über jene Waffensysteme, die aktuell einsatzbereit sind.

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mgb



insgesamt 116 Beiträge
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Seite 1
eunegin 24.02.2018
1. so ist das, wenn öffentlichkeitswirksam gespart wird
Erst wird geklatscht, wenn im Öffentlichen Dienst, der Infrastruktur und eben auch der Bundeswehr gespart wird und wenn dann zeitversetzt zwangsläufg eklatante Mängel auftreten (Polizei, Verwaltung, Lehrer, Soldaten, Ausrüstung, sozialer Wohnungsbau), ist das Jammern groß. Schnell behoben werden kann das in keinem der Bereiche. Totgespart. Wir müssen eben überlegen, was uns ein funktionierendes Staatswesen (dazu gehört auch die Bundeswehr) wert ist.
Frank Klipp 24.02.2018
2. Kriegsgerät für das 20. Jahrhundert
Panzer, U-Boote, Gewehre - häufig nicht funktionierend, und somit Altmetall. Ist das wirklich Stand der Wehrtechnik? Sehen so die künftigen Angriffsszenarien aus, dass man damit gut verteidigt ist? Ich fürchte, dass hier in sehr alte Technologie investiert wird. Müssten wirksame Defensivwaffen nicht eher die Möglichkeit bieten, eine anfliegende koreanische Atomrakete auszuschalten? Oder Drohnen? Und was ist mit dezentral, nicht-offiziellen Kampfeinheiten wie in der Ukraine? Wenn ich die Berichte über die Bundeswehr lese, scheinen wir von moderner Verteidigung doch sehr weit entfernt zu sein. Ich fürchte, dass unsere Regierung derzeit auf Hersteller setzt, die wie unsere Automobilhersteller zu sehr auf den kurzfristigen Profit konzentriert sind und wichtige Entwicklungen verpassen.
ttvtt 24.02.2018
3. Bin kein Waffenexperte, aber
"deren Kauf und anschließende Modernisierung" heißt es im Artikel. Warum kauft man nicht gleich moderne Waffen, frage ich mich ganz naiv. Kauft die ganzen Welt bei der deutschen Rüstungsindustrie auch nur Ramsch?
dergog 24.02.2018
4. Leo 2
Es ist halt lukrativer, andere Länder mit diesem Spitzenprodukt zu beliefern, als selbst zum Schutz des eigenen Volkes zu kaufen.
-su- 24.02.2018
5.
Zitat von euneginErst wird geklatscht, wenn im Öffentlichen Dienst, der Infrastruktur und eben auch der Bundeswehr gespart wird und wenn dann zeitversetzt zwangsläufg eklatante Mängel auftreten (Polizei, Verwaltung, Lehrer, Soldaten, Ausrüstung, sozialer Wohnungsbau), ist das Jammern groß. Schnell behoben werden kann das in keinem der Bereiche. Totgespart. Wir müssen eben überlegen, was uns ein funktionierendes Staatswesen (dazu gehört auch die Bundeswehr) wert ist.
Bitte beachten, der Verteidigungshaushalt ist (zumindest von 2014 bis 2018) nicht gekürzt worden. Der betrug 2014 ca. 32 Mrd. Euro und im Jahr 2018 37 Mrd. Euro, Ansonsten aber korrekt, was Sie schreiben.
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