Bundeswehr Neue Probleme beim Pannenflieger A400M

Das Transportflugzeug A400M bleibt für díe Bundeswehr ein Problem, Hersteller Airbus hat offenbar Lieferprobleme. Fünf Maschinen sollten 2015 ausgeliefert werden - am Ende kommt womöglich gar keine.

A400M: Die Pannenserie setzt sich fort
DPA

A400M: Die Pannenserie setzt sich fort

Von


Berlin - Die Bundeswehr bekommt neue Probleme bei einem wichtigen Beschaffungsprojekt: Möglicherweise sollen in diesem Jahr nicht wie geplant fünf Maschinen des Transportflugzeugs Airbus A400M an die Luftwaffe ausgeliefert werden - sondern nach Informationen von SPIEGEL ONLINE im schlimmsten Fall gar keines mehr. Das geht aus einer internen Analyse der europäischen Organisation für gemeinsame Rüstungsprojekte (OCCAR) hervor. Demnach würden in diesem Jahr bestenfalls zwei der Transportflugzeuge zur Verfügung gestellt werden können. Damit setzt sich eine jahrelange Pannenserie bei dem Transportflieger fort.

Die Flieger sollen bei der Bundeswehr die bis zu 46 Jahre alten "Transall"-Transporter ablösen. Insgesamt hat Deutschland bei Airbus 53 Exemplare vom Typ A400M bestellt. 40 erhält die Bundeswehr, 13 sollen weiterverkauft werden.

Doch in den vergangenen Jahren war es immer wieder zu Problemen gekommen, selbst die Fließbänder standen zwischenzeitlich still. Jetzt traten Probleme bei der Produktion der Flugzeugrümpfe auf. Insgesamt erwartet die OCCAR eine Verzögerung der Auslieferung um bis zu sieben Monate.

Der nächste A400M würde dann erst zum Jahreswechsel 2015/2016 auf dem Fliegerhorst in Wunstorf/Niedersachsen stehen. Das erste Modell des A400M war erst am 19. Dezember nach mehrjähriger Verspätung mit zahlreichen Minderleistungen an die Bundeswehr ausgeliefert worden.

Airbus gab sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE bedeckt. "Wir sprechen über die Abnahme des A400M in den nächsten Tagen mit den Abnehmernationen", sagte ein Konzernsprecher, "vorher werden wir keine Zahlen kommentieren".

Doch die Spitze des Verteidigungsministeriums ist besorgt: "Es gibt erste Signale, dass es beim wichtigen Projekt A400M zu weiteren Verzögerungen kommen könnte", räumte ein Sprecher ein. "Falls sich das erhärtet, erwarten wir sehr fundierte Lösungsvorschläge des Herstellers. Die Lieferschwierigkeiten der Industrie dürfen nicht zu Fähigkeitslücken der Streitkräfte führen."

Beim A400M hat die Luftwaffe ohnehin schon mit Problemen zu kämpfen: Die Ende Dezember ausgelieferte erste Maschine kann bei Weitem nicht all das, was sie ursprünglich hätte können sollen. Das "Absetzen von Personal und Ladung aus der Luft" ist zum Beispiel noch nicht möglich. Zudem wird es "Einschränkungen" beim Personaltransport, bei längeren Flügen und beim Landen auf nicht betonierten Pisten geben.

Außerdem wird eine zentrale Fähigkeit des Fliegers, der Schutz gegen Angriffe mit Boden-Luft-Raketen, erst im Jahr 2016 eingebaut. Damit kann der A400M wohl nicht zum Verlegen von Soldaten zum Beispiel nach Afghanistan oder für humanitäre Missionen in Krisengebieten wie in Afrika eingesetzt werden.

insgesamt 76 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Doc_Hollyday 15.01.2015
1. Airbus einfach unglaublich
"Die Ende Dezember ausgelieferte erste Maschine kann bei weitem nicht all das, was er ursprünglich hätte können sollen. Das "Absetzen von Personal und Ladung aus der Luft" ist zum Beispiel noch nicht möglich. Zudem wird es "Einschränkungen" beim Personaltransport, bei längeren Flügen und beim Landen auf nicht betonierten Pisten geben. Außerdem wird eine zentrale Fähigkeit des Fliegers, der Schutz gegen Angriffe mit Boden-Luft-Raketen, erst im Jahr 2016 eingebaut." Also im Prinzip kann das Ding gar nichts! Super Einkaufspolitik der Politik. Ebenso unglaublich ist es aber das es ein High Tech Unternehmen wie Airbus Jahrzehnte nicht hin bekommt ein Flugzeug fertig zu bauen. Die können wohl nur schöne Werbevideos produzieren. Vielleicht sollte Airbus mal wieder ein paar Ingenieure einstellen und dafür ein paar Marketing- und Social-Media-Manager entlassen
ein-berliner 15.01.2015
2. Kann das Spielzeug...
...wenigstens fliegen?
sl2014 15.01.2015
3. Kein Wunder
Im Baltikum werden regierungsseitig Empfehlungen für den russischen Einmarsch publiziert. Anscheinend hat man dort ein zutreffendes Bild vom Zustand der verbündeten Streitkräfte.
pospischilp 15.01.2015
4. Am besten soll AIRBUS den Flieger behalten....
...nach allem wäre es das Beste, Airbus würde den Schrott-Flieger ganz behalten und überhaupt nicht mehr ausliefern. Das Gute an der Geschichte ist, dass durch diese erzwungene Abrüstung Frau v. d. Leyen deutlich weniger Möglichkeiten für Kriegsspielchen dort und da hat....
knieselstein 15.01.2015
5. Dauert heute schon ziemlich lange
bis die ersten Trolle Frau v.d.L dafür Schuld und Verantwortung attestieren werden ;-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.