Mögliche Volksverhetzung Neuer Bundeswehrskandal in Pfullendorf

Die Justiz ermittelt gegen einen Bundeswehrsoldaten. Grund ist eine Fotomontage, in der Flüchtlinge vor dem KZ Auschwitz zu sehen sind - mit der Überschrift: "Hier ist für jeden von euch Platz".

Staufer-Kaserne in Pfullendorf
DPA

Staufer-Kaserne in Pfullendorf


Die Bundeswehr-Kaserne im baden-württembergischen Pfullendorf ist erneut im Visier der Staatsanwaltschaft. Es werde gegen mindestens einen Soldaten wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte die "Schwäbische Zeitung" darüber berichtet.

Demnach geht es unter anderem um eine per E-Mail verschickte Fotomontage mit möglicherweise volksverhetzendem Inhalt. Ein Stabsfeldwebel soll diese von seinem Dienstcomputer an einen anderen Soldaten geschickt haben.

Der "Schwäbischen Zeitung" zufolge soll die Montage das Eingangstor des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz und Flüchtlinge zeigen. Über diesem Bild stehe: "Hier ist für jeden von euch Platz". Die Zeitung beruft sich auf ein Schreiben vom 8. Oktober an die Staatsanwaltschaft, in dem Soldaten anonym den Vorgang schildern, der sich Ende 2016 in der Ausbildungskompanie ereignet haben soll.

Der Empfänger habe seinen Kompaniechef informiert, der habe aber ebenso wie ein weiterer Vorgesetzter nichts unternommen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte am Freitag, dass auch geprüft werde, ob Beteiligte verpflichtet gewesen wären, den Vorfall zu melden.

Anfang des Jahres hatte es in der Kaserne in Pfullendorf einen Skandal um entwürdigende Aufnahmerituale gegeben. Vier Soldaten wurden daraufhin im Februar aus der Truppe ausgeschlossen. Drei von ihnen kämpfen weiterhin mit juristischen Mitteln dagegen.

dop/dpa

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