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Bundeswehr: Neues Maschinengewehr MG5 passt nicht auf Panzer

Bundeswehrsoldat im Manöver: Neues Problemgewehr Zur Großansicht
Getty Images

Bundeswehrsoldat im Manöver: Neues Problemgewehr

Auch das neue Maschinengewehr der Bundeswehr bereitet Probleme: Laut Informationen des SPIEGEL passt das MG5 nicht auf die Lafetten von Panzern und Geländefahrzeugen. Die Umrüstung kostet Millionen.

Nach den Querelen um das Sturmgewehr G36 droht auch die Einführung des neuen Standard-Maschinengewehrs MG5 für die Bundeswehr zum Ärgernis zu werden. Nach Informationen des SPIEGEL kann die neue Waffe bei Panzern und Geländefahrzeugen offenbar nicht ohne weiteres auf die vorhandenen MG-Lafetten montiert werden, die bislang mit dem Vorgängermodell MG3 bestückt waren. Das geht aus Antworten des Verteidigungsministeriums auf Anfragen der Grünen-Verteidigungspolitiker Agnieszka Brugger und Tobias Lindner hervor. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Demnach kostet die Anpassung der Lafetten rund 50 Millionen Euro zusätzlich. Warum das neue Maschinengewehr nicht von vornherein so konstruiert wurde, dass es auf die vorhandenen Waffenträger passt, ist unklar. Insgesamt soll die Bundeswehr in den nächsten Jahren rund 13.000 der neuen Maschinengewehre erhalten. Kosten: rund 200 Millionen Euro. Erst in der vergangenen Woche wurde öffentlich, dass sich die Auslieferung der ersten MG5 bis ins Jahr 2016 verzögert.

Bereits zuvor musste der Hersteller Heckler & Koch einige Probleme beim MG5 ausräumen. So bildete sich in "salzhaltiger Umgebung" anfangs Rost an der Waffe. Und auch die Treffgenauigkeit des Gewehrs ließ nach Rohrwechsel zu wünschen übrig. Angeblich wurden diese Mängel inzwischen abgestellt. Weitere Nachbesserungen müssen noch erfolgen. Allein die Änderungen an der Schulterstütze des Gewehrs kosten 140 Euro pro Stück.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte in dieser Woche das endgültige Aus für das Sturmgewehr G36 durch ihren Staatssekretär im Verteidigungsausschuss des Bundestags verkünden lassen. Bis November will das Ministerium die Anforderungen für eine Neuanforderung festlegen. Der Plan sieht vor, dass bis 2019 das neue Gewehr einsatzbereit sein könnte.

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insgesamt 278 Beiträge
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1. Dann kostet es halt Millionen!
brotindosen 12.09.2015
Wird Zeit, dass die Fahrzeuge mit neuen Waffen ausgestattet werden. Besser noch die alten Karren auch austauschen. Ist doch nur ne Flickschusterei! Manchmal muss man Geld in die Hand nehmen - ist halt so. Kauft man billig kauft man zweimal - kennt jeder!
2. naja
Nonvaio01 12.09.2015
is ja nicht so das unsere panzer und gelaende fahrzeuge auf dem letzten stand sind. Das ist eben das problem bei der Bundeswehr, da ist das material so alt das kleinste erneuerungen problem schaffen. Im grunde muss alles erneuert werden, stueck fuer stueck geht bei solchen sachen selten. Aber wenn man jahre lang nur kuerzt und kuerzt muss man sich nicht wundern.
3. Die Bundeswehr braucht ein neues Beschaffungswesen
mxmx 12.09.2015
Und das fällt erst jetzt auf? Das sind Punkte, die gehören ganz oben in den Anforderungskatalog. Man sollte mal das Beschaffungswesen der Bundeswer überprüfen, ob es für seinen Auftrag geeignet ist.
4.
martha_rosentreter, 12.09.2015
Da kann es eigentlich nur eine Lösung des Problems geben: Die Bundeswehr benötigt neue Panzer mit der entsprechenden Halterung ... ;-)^^
5. Das ist...
Ein anderer Bürger 12.09.2015
Ein weiteres Denkmal für unsere aktuelle Regierungsform, die korrupte Lobbykratie.
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